Sonntag, 16. September 2012

Der Weg zum Auto Teil 2

Hallo meine Lieben,

also. Wenn ich jetzt die letzten zwei Wochen zusammenfasse und nur über die Suche nach dem Auto berichte, dann ist das eine ziemlich akkurate Beschreibung. Thema Nummer 1 im Kopf: Auto.

Im letzten Bericht habe ich euch ja bereits von David erzählt. David hat sein Versprechen gehalten und ist mit uns am nächsten Tag pünktlich (er ist wirklich immer sehr pünktlich) zu dem Händler gefahren. Dort haben wir uns einen VW Golf angekuckt, aber so ein komisches Modell. Kennt ihr den VW Citygolf? Den gibt es hier zuhauf, weil das anscheinend ein typisches Studentenauto ist. Auf jeden Fall sah das Gefährt aus wie ein Citygolf mit Kofferraum: Klapprig, dünne Wände und wenn man sich auch nur vorstellt, man fährt auf dem Motorway zwischen den riesigen Lastern rum, dann wird einem ganz mulmig. Für 22,000 Rand (=2,200 Euro) (2000 Euro hatten wir angesetzt) konnte man das Schmuckstück haben. Und auch wenn David meinte, der Motor ist noch einwandfrei, haben wir uns aus Sicherheitsgründen dagegen entschieden. Danach sind wir zu einem anderen Händler gefahren und haben uns ein Auto angekuckt, von dem David meinte, dass das bereits gestorben sei. Und ein anderes Auto, welches nicht gestartet ist, von dem David meinte, um das Auto überhaupt jedes Mal zum Laufen zu bekommen, bräuchten wir einen Elektriker. Und ein anderes Auto, welches optisch Xin Rongs und meinen Ansprüchen entsprach. Damit meine ich jetzt nicht die Farbe (türkis, sehr hübsch ;) ), sondern Kopfstützen und Sitzgurte für drei Menschen auf der Rückbank. Die beiden Sachen waren mir wichtig.

Ich in unserem neuen Auto
Exkurs: Das Problem ist: Gebrauchtwagen sind hier irgendwie teuer. Viel teurer als in Deutschland. In Deutschland bekommt man für 1000 oder zumindest 1500 Euro schon ein Auto, dass noch sicher fährt, hier bekommt man für den Preis ein Auto, dass nicht mehr fährt, bzw. wo der Motor fehlt, etc. Ich habe dazu eine Theorie: In Südafrika gibt es viele Menschen, die nichts bzw. nicht so viel Geld verdienen, deswegen hat der Gebrauchtwagenmarkt enorme Kundschaft! Und die Nachfrage treibt die Preise in die Höhe! Neuwagen sind stattdessen ca. genauso teuer wie in Deutschland, glaube ich. Also die normalen, durchschnittlichen Neuwagen.

Denn für Airbags (die auch sehr wichtig sind) muss man Geld haben, welches wir nicht haben. Also zumindest erstmal die minimale Sicherheitsausstattung. Und das hatte das Auto. Ich so: oh oh, aber 27,000 Rand, oh oh. Und dann meinte David, dass irgendwas mit dem Motor nicht stimmt, dass da irgendein Geräusch ist. Und obwohl ich David keine 24 h kannte, habe ich ihm bereits dann mehr vertraut, als den schlitzöhrigen Gebrauchtwagenhändlern. Also war schnell klar: Keines dieser Autos.
Drei Stunden lang hat uns David hingefahren, unsere Autos testgefahren, die Motoren angehört und uns beraten und dann wieder sicher zurück gebracht und dafür nur 250 Rand gewollt. Das ist ein wirklicher Freundschaftspreis, eigentlich kostet hier eine Fahrt, 25 Minuten, schon 180 Rand.

Etwas geknickt, haben wir das Internet nach Privathändlern durchforstet und uns gedacht: Die stehen vielleicht mehr unter Druck, das Auto schnell loszuwerden und haben deshalb geringere Preise.
Am nächsten Tag haben wir uns nachmittags mit jemandem getroffen, der sein Auto verkaufen wollte. Bereits am Morgen haben wir David gefragt, ob er auch kommen und das Auto ankucken könnte. Er hat zugestimmt.
Als wir dann also den Anruf bekamen, dass der Privathändler bereits auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums ist (schlauerweise haben wir uns nicht bei uns Zuhause getroffen), haben wir danach David angerufen, ob er jetzt Zeit hätte vorbeizukommen. Er meinte "ja". Trotzdem dachte ich, dass er wahrscheinlich mindestens 10 Minuten braucht um dorthin zu kommen, von wo auch immer er war. Dennoch sind Xin Rong und ich schon mal losgegangen. Zwei Typen standen neben einem Auto, welches man ohne zu zögern als antik im negativen Sinne bezeichnen konnte. Also haben Xin Rong und ich das Auto mal "ausgecheckt", so gut wie wir konnten (hat es Kopfstützen und Sitzgurte?) und KEINE zwei Minuten später stand David plötzlich da (ich hatte ihn gar nicht kommen sehen), mit mürrischer Verkaufsmiene. Hätte ich ihn nicht gekannt, dann wäre meine Reaktion wahrscheinlich gewesen: Uiiiiiii, Grusel Fusel. Aber meine tatsächliche Reaktion war: Yippiiee!
Apartheid Museum
Er hat sich das Auto angekuckt, aber beim Starten des Motors konnten sogar Xin Rong und ich erkennen, dass da irgendwas nicht stimmt: dunkler Qualm kam aus dem Auspuff und hörte und hörte nicht auf. David meinte: "Lets have a group meeting". Mit dem Rücken den anderen zugewandt meinte er: "Also, ich sage das jetzt mal so: Das ist wie als ob ihr unbedingt einen Freund haben wollt. Ihr piekt einfach blind in alle Möglichkeiten rein und nehmt den Erstbesten. Auch wenn der dann keine Zähne mehr hat, oder keine Finger. Ist dann egal. Oder?" Und wir mussten wirklich lachen, weil das ziemlich genau zutraf. Tatsächlich wollten wir unbedingt ein Auto und das schnell. Er kannte uns wirklich schon gut.
Etwas mehr genickt nach dem Reinfall, haben Xin Rong und ich am Abend beschlossen, dass uns die Auto Sache so wichtig ist, dass wir auch mehr Geld zahlen. Denn allein 5 Tage Kruger National Park kostet pro Person 840 Euro (inklusive Unterkunft und Safaris), weil man logischerweise überall hin gefahren werden muss und nirgendwohin alleine fahren kann... Also haben wir unser Budget auf 30,000 Rand aufgestockt. Und David angerufen. Und am nächsten Morgen hat uns David zu einem Ort namens Zimbesi gebracht, wo sich Gebrauchtwagenhändler an Gebrauchtwagenhändler reiht. Und tatsächlich ist er mit uns in jeden einzelnen Shop gegangen, der einigermaßen vielversprechend aussah. So haben wir nach ungefähr sieben Shops zwei Autos gefunden, die für uns in Frage kamen. Das ist doch schon mal gut! Einen BMW 316i und einen Toyota Carmy.

Exkurs: Ich denke, ich habe schon eine Menge mehr über Autos gelernt. Manche Marken erkenne ich jetzt an der Form des Wagens, ich weiß, dass ein großer Motor mehr Benzin braucht als ein kleiner und manchmal höre ich bei vorbeifahrenden Autos, dass bei deren Motoren irgendwas nicht mehr ganz stimmt. Hihi.

Also hieß es: Denk, denk, denk, denk. Und über Nach dachte jeder für sich ohne den anderen überzeugen zu wollen. Und am Donnerstag, den 6. September, fiel die Entscheidung für das Auto mit dem größeren Motor, aber viel mehr Platz, drei Sitzgurten hinten und 2 Kopfstützen für... TOYOTA CARMY!

Exkurs: Am selben Donnerstag hatte Yui auch mit ihrer Tanzklasse eine Aufführung. War echt schön. Am Freitag Abend waren wir vier auf einem christlichen Event für Mädchen mit Ballkleidern und Masken. Leider waren wir sehr spät dran, und haben deshalb die Hälfte verpasst, aber war trotzdem interessant. Ich glaube, um das richtig toll zu finden, muss man stark christlich gläubig sein, und die anderen drei sind Atheisten oder Buddhisten, und selbst ich fand das manchmal etwas viel. Aber es war schön zu sehen, wie sehr es manche Menschen bestärkt hat.
Kleines rotes Auto und großes rotes Auto
Samstag sind Snow, Xin Rong und ich zur Hillcrest Mall gewandert. Dort haben wir einen Lebensmittel laden mit Pitas und Pesto wie selbst gemacht gefunden. Super! Danach sind wir zur Brooklyn Mall gewandert und haben Savages gekuckt, ein schrecklicher Film. Alles andere als schön, und ich habe wenig gekuckt, sondern habe daraus mehr ein Hörspiel gemacht. Das nächste Mal checken wir zuerst, wie der Film eingestuft wurde. Dieses Mal haben wir erst später überprüft: Ab 18 Jahren, enthält Gewalt, schlimme Sprache und Erotik. Vergessen haben sie: Drogen und Mord. Also wirklich nicht mein Ding. Abends am Samstag war ich dann zum ersten Mal auf dem Hatfield Square. Ein Ort mit Restaurants, Bars und einem Club. In diesen Club sind wir dann gegangen. Die ersten 10 Minuten waren ganz witzig, aber leider kannte ich ca. 92 Prozent der gespielten Lieder nicht. Und war dann ein bisschen langweilig. Auch anderen Menschen beim Paarungsverhalten zu zuschauen war zwar aufschlussreich, aber nicht wirklich spannend.
Sonntag hat Yui ein paar Leute eingeladen und wir haben einen japanischen Hotpot gemacht.

Freitag bin ich zum Department of Human Affairs gegangen um zu fragen, ob ich dort eine foreign ID bekomme. Die Frau hinterm Schalter meinte: "Warum?" Ich meinte: "Weil ich mein Auto registrieren lassen will." Sie: "Ihr Kind?" Ich: "Mein Auto." Sie: "Ihr Kind?" Ich: "Mein Auto." Witzig. Offensichtlich war ich an der falschen Stelle.
Montag habe ich versucht, mich um eine Traffic Register Number zu bewerben. Da ich keine Südafrikanerin bin, brauche ich diese Nummer, damit ich ein Auto auf meinen Namen registrieren kann. Damit ich mich aber für diese Nummer bewerben konnte, brauchte ich eine Reihe anderer Dokumente (David hat über einen Freund herausgefunden, was für Dokumente ich brauche, und das war alles korrekt!), sodass ich zu dem Traffic Department erst am Dienstag gehen konnte. Das hat am Dienstag dann aber erstaunlich gut geklappt. Das bedeutet nicht, dass ich die Nummer schon habe, sondern nur, dass sie meine Bewerbung akzeptiert haben und ich die Nummer hoffentlich in zwei bis drei Wochen bekomme. Am Dienstag sind wir nachmittags zum Toyota Camry gefahren und haben das Auto nochmal kräftig durchgecheckt und auch noch ein paar Mängel gefunden, welcher der Chef dort aber beheben wollte. Also haben wir bereits Dienstag eine Bargeldhinterlegung gezahlt, mit dem Plan, das Auto am Donnerstag abzuholen.

Exkurs. Mittwoch waren wir im Apartheid Museum. Da müsst ihr unbedingt mal hin, das ist ein tolles Museum. Ganz viele Dinge dort haben eine tiefere Bedeutung, wie "die Steine stehen für die Minenarbeiter in dieser Zeit" und das gibt allem noch mehr Tiefe. Außerdem versucht das Museum den Einzelnen anzusprechen und zum Nachdenken anzuregen. Eine Menge Informationen und schon nach der Hälfte waren Xin Rong, Lena und ich ganz platt, aber durchhalten lohnt sich. Und vieles, das ich gar nicht wusste, nicht nur Details, sondern zum Beispiel auch, dass wenig Zeit nachdem Mandela Präsident wurde in den 90ern, stand Südafrika kurz vor einem Bürgerkrieg. Wusstet ihr das? Ich nicht. Und die zeigen wirklich einige Szenen dort, das ist schockierend. Aber so war das.
Mittwoch keine Uni? Mittwoch war Spring Day (einfach mal ein Tag frei), deswegen konnten wir so tolle Sachen machen. Abends war auf dem Sports Campus eine Party namens Spring Day (Bash), open air und DJs und eine Tanzgruppe. Das war auch ganz nett. Ich habe ein paar amerikanische swazi mooves von Joan gelernt.

Donnerstag. Der Tag des Autos. Xin Rong und ich sind mit einem Batzen Geld (31,000 Rand in 100 Rand Scheinen) und David zu dem Händler gefahren. Natürlich war nicht alles repariert, aber immerhin das Licht. Den Rest würden wir auch selbst hinkriegen, haben wir uns gedacht. Nach viel Verwirrung, wie das mit der Registrierung des Autos läuft, da ich ja noch keine Traffic Register Number habe und ich deshalb das Auto noch nicht auf meinen Namen anmelden kann, habe ich den Kaufvertrag unterschrieben, David hat ein Blatt unterschrieben, dass das Auto jetzt auf seinen Namen im System registriert ist und ich habe einen schicken grünen Zettel bekommen, bei dem es sich um den südafrikanischen Fahrzeugschein handelt. Wenn ich dann meine Nummer habe, dann registrieren wir das Auto erst komplett auf Davids Namen und direkt danach auf meinen. So der Plan. Ja, wir vertrauen David so viel. :)
Dann habe ich das Auto nachhause gefahren. Das war irgendwie schon aufregend. Ich hatte noch kein Auto (habe ja auch den Schein noch nicht so lange) und jetzt gehören mir praktisch 4/7 eines südafrikanischen Autos. Cool. Donnerstag Mittag bin ICH gefahren mit David auf dem Beifahrersitz zur anderen Seite der Stadt, um ein paar der Mängel zu beheben, hat aber nicht so gut geklappt, wir haben nicht alles gefunden. Aber ein bisschen was konnte ich von David lernen. Ein Beispiel: Es gibt hier einige (kleine) Kreuzungen, wo alle 4 Straßen Stoppschilder haben. Dann gilt die Regel: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Eigenartig, oder? Ist für mich noch total chaotisch...

Das Auto (mit kleinem Geld-Auto)
Freitag, 14. September, war Mo's Geburtstag. Alles Liebe und Gute Mo, zu deinem Geburtstag :) . Und David hatte auch Geburtstag! Und da wir David sehr dankbar waren, dass er uns mit der ganzen Auto Sache bis zum Ziel und darüber hinaus so gut unterstützt hat, haben wir ihm Muffins gebacken (Xin Rong hat gebacken) und ein kleines Geld-Auto gebastelt, Patent von Mo. (Mo, ich hoffe, das ist ok, dass ich deine tolle Idee kopiert habe. Und das Auto selbst zu bauen hat gezeigt, dass das gar nicht leicht ist! Also nochmals vielen Dank für dein Geld-Auto :) ). Zufällig konnten wir dann nachmittags den Wagen nicht mehr starten (wir dachten, die Batterie wäre alle) und haben David angerufen, ob er uns helfen kann. 10 Minuten später war er da, hat die Batterie wieder festgeschraubt (das war das Problem, nicht die Batterie an sich) und auch noch den neuen Tankdeckel angebracht. Dann haben wir ihm die Geschenke gegeben. Das hat er sich nicht wirklich angekuckt, und er meinte, er kann die Freude nicht ausdrücken und ich denke, das stimmt und er hat sich innerlich gefreut. Und dann meinte er, ob wir das mit der Batterie absichtlich gemacht hätten, aber nee, da hat er uns dann zuviel zugetraut. Das war Zufall. Tatsache. Ich wüsste gar nicht, an was ich drehen sollte, um den Wagen lahm zu legen aber heil zu lassen... Dann sind Xin Rong und ich zu First Car Rental gefahren, die Yuis Kreditkarte zweimal für das Auto von vor 4 Wochen belastet haben. Xin Rong hatte dort bereits mehrmals angerufen, und nie war irgendjemand sicher, und flupp steht man im Laden heißt es: "You are 100% correct." Tja, so kann's gehen. Und danach waren wir Reifen aufpumpen bei einer Tankstelle. Ich zu dem Tankmensch (nicht -wart): "Bitte Reifen aufpumpen." Er: "Wie viel?" Ich: "Weiß ich nicht. Woher soll ich das wissen?" Witzig, ich hab ja so keine Ahnung. Aber er hat das dann in der Tabelle nachgelesen und dann viel mir auch wieder ein (noch von Fahrschule, versteht sich), dass das irgendwo steht. Er hat auch das Öl kontrolliert, denn das kann ich auch nur in der Theorie... Sah ziemlich wenig aus, aber er meinte das reicht, vielleicht fahren wir nochmal zu jemand anderem, nur um sicher zu gehen.

Jetzt steht das Auto draußen im strömenden Regen. Die meisten der anderen internationals wissen schon, dass wir das Auto nicht nur gemietet haben. Wir sind soweit die einzigen, die tatsächlich ein Auto gekauft haben, aber wir hatten auch nicht wirklich eine andere Möglichkeit. Sonst ist mieten schon schlauer, aber das können wir ja nicht mehr. Naja, nur die Zeit wird zeigen, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben, aber wenn man es nicht ausprobiert, dann weiß man nie.

Viele liebe Grüße,
Nadine

Samstag, 15. September 2012

Typical Week in Pretoria

Hallo an alle da draußen,

mit diesem Blog möchte ich euch jetzt endgültig auf den letzten Stand bringen: Also los!

Komischer Vogel: Hier gibt es einen Vogel, der sieht total komisch aus, und der macht auch total komische Geräusche. Den gibt es überall auf dem Campus (manchmal, manchmal sieht man ihn auch gar nicht) aber auch sonst oft in Pretoria. Ich habe leider keine Ahnung, wie er heißt und in der Abenddämmerung und im Morgengrauen macht er ein Geräusch, das hört sich ungefähr so an "kgraaaa kgraaa". Er sieht ein bisschen aus wie ein Kiwi-Vogel (weil er so einen ähnlichen Schnabel hat und die Größe passt), aber er kann einwandfrei fliegen.

Tuksdorp:Samstag (25.08.) habe ich mit Xin Rong mal Tuksdorp (also das Wohngebiet, welcher umzäunt ist von einem Zaun) erkundet bei Nacht! Ich wusste das gar nicht, aber wir haben einen Pool! Der ist zwar winzig und etwas dreckig, aber es ist ein Pool!

Zoo: Am Sonntag (26.08.) war ich mit Snow und Xin Rong im Zoo, und da gibt es auch witzige Bilder, da mache ich mal einen eigenen Blogeintrag draus. :)

Der komische Vogel
Bravo Pizza: Am Montag (27.08.) waren wir in einer neuen Pizzeria (für uns neu, eigentlich ganz alt) mit Steinofen und richtig italienisch leckeren Pizzas! Das ist da wirklich ganz lecker und die Atmosphäre ist auch super. Alles rustikal im Sinne von schlichter Beton und Plastikstühle und einfach irgendwie mit Sofas drinne und Sitzsäcken und Sonnenschirmen (auch drinnen) und alles ganz offen zur Straße hin, was einem dann im sonst sehr abgeschotteten Südafrika auch gleich auffällt. Wirklich schön dort. Da gehen wir jetzt lieber hin als zu Roman's Pizza, wo es aber zwei Pizzen zum Preis von einer gibt!

Skype mit meiner großen kleinen Schwester: Am Dienstag habe ich mit Marie geskyped, das letzt Mal bevor sie für ein paar tolle Monate nach Kanada geflogen ist. In meinem Herzen ist sie noch viel zu klein dafür, aber mein Kopf weiß, dass sie eine wunderschöne Zeit haben wird, die sie mit Bravour meistern wird.

Eigenartige Inder: Am Mittwoch haben Snow, Yui, Xin Rong und ich uns mit zwei Indern getroffen. Also eigentlich beides Südafrikaner, weil sie schon die dritte Generation sind, die jetzt in Südafrika lebt. Auf jeden Fall haben Yui und Snow mit dem Einen der beiden Kontakt in Drakensberg geknüpft und danach hat der Kavish (das ist sein Name) immer wieder angerufen, um ein Treffen zu vereinbaren. Eigenartig. Da klingeln in meinem deutschen Ohr die Alarmglocken, aber vielleicht, weil das einfach nicht typisch ist. Ich frage mich dann: Was wollen die denn? Die haben sich noch nur 2 Minuten mit den beiden unterhalten! Aber gut. Deutsche Skepsis beiseite, habe ich die drei begleitet. Und es war wirklich gar nicht schlimm sondern recht nett. Zuerst waren wir wieder in dem südafrikanischen Restaurant in Menlyn Mall und danach haben wir uns dann für ca. eine Stunde mit den beiden getroffen (und davon sind sie dann extra von Johannesburg nach Pretoria gekommen, aber gut) und über Belangloses gequatscht, war aber trotzdem nett. Fazit: Nicht so skeptisch!

Pyjama Party: Donnerstag gab es eine Geburtstagsparty von zwei Exchange Students. Es gab für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Bier (der GESAMTE Kühlschrank war voll) und ein bisschen zu wenig Snacks, aber ansonsten war ganz nett.

Bowling at Menlyn Mall und Minibus: Samstag waren wir wieder in Menlyn Mall, dieses Mal zum Bowlen mit Thabang. Thabang ist ziemlich witzig und sehr freundlich. Da Thabang einheimisch ist, haben wir uns getraut mit ihm nach Menlyn Mall mithilfe der gefährlichen Mini-Busse zu reisen. Und das hat sich wirklich gelohnt. Die Hinfahrt war "normal" (so normal wie geht, wenn man weiß, man sollte das ÜBERHAUPT nicht machen) aber die Rückfahrt war absolut cool. Offensichtlich gibt es zwei Arten von Minibussen. Die kleinen (=normal) und die großen (=absolut cool). Auf der Rückfahrt saßen wir in einem großen und das Feeling war echt afrikanisch, mit der afrikanischen Musik. Außerdem habe ich einiges gelernt: Offensichtlich beginnt die hintere Reihe Geld durchzureichen nach vorne (10 Rand per Person=1 Euro). Dann bekommt die Person auf dem Beifahrersitz das ganze Geld und ist dafür verantwortlich, dass die anderen Personen gegebenenfalls ihr Rückgeld bekommen. Und dann bekommt der Fahrer das ganze restliche Geld. Super oder? Die afrikanische Kultur der Minibusse. ABER: Tatsächlich muss man immer aufpassen, wo man langfährt, und wenn man plötzlich feststellt, dass der Fahrer anders fährt als geplant, dann muss man rufen "After next robot" was bedeutet: Bitte nach der nächsten Ampel anhalten. Und dann steigt man aus und läuft den entsprechenden Rest der Strecke. So war das bei uns, irgendwie cool.

Ich häng schon wieder gewaltig. Ich muss mir Scheiben bei meiner kleinen Schwester abschneiden, sie hat schon genauso viele Blogeinträge wie ich und ist erst zwei Wochen weg (ich schon zwei Monate, die Zeit rast!).

Also, bis demnächst!
Nadine

Montag, 3. September 2012

Der Weg zum Auto

Hallo meine Lieben,

wo fang ich an zu erzählen... ich denke bei heute :) Ich weiß, dann habe ich viele Tage ausgelassen, aber die schiebe ich dann einfach nach. Ich fang mal bei heute an, das war nämlich ganz witzig. Also:

Xin Rong und ich suchen seit ein paar Tagen (mal wieder) nach einem Auto zum Kaufen. Waaaas? Sagt jetzt vielleicht der ein oder andere von euch. Aber wir haben uns das gut überlegt! Wir (Snow, Yui, Xin Rong und ich) können uns kein Auto mehr mieten, weil Yui ihren Führerschein verloren hat (bzw. er wurde ihr geklaut) und ich kann noch kein Auto mieten, weil zu unerfahren. Das bedeutet: Wir können nirgendwo mehr hin, außer es wird SUPER teuer! Ein Beispiel: Eine Woche Krüger National Park mit rumfahren um ein paar Tiere zu sehen: 900 Euro pro Person. Zu teuer. Dafür kriegt man schon ein halbes (schrottiges) Auto und das ist nur eine Woche! Lange Rede kurzer Sinn: Wir sind also nun auf der Suche nach einem Auto und haben übers Wochenende eine Adresse gefunden, zu der wir heute fahren wollten, mit Taxi.
Nach ein paar Problemen (kein Taxi kam), hat uns dann ein etwas bulliger schwarzer Taxifahrer mit seinem weißen Mercedes abgeholt und uns durch etwas Stau zur anderen Seite von Pretoria gebracht. Sah dort aus wie in einem super morkeligen Industriegebiet. Die Häuser alle ganz zerfallen und schrabbelig und alt, und das "Geschäft" in das wir starrten war verstaubt und etwas zugemüllt. Niemand da. Komisch. Eigentlich sollte ein Mann dort sein, obwohl der Laden bereits geschlossen war (so war das per Telefon abgesprochen). Also sind Snow, Xin Rong und ich ein bisschen auf und ab gelaufen und haben versucht den Inhaber des Shops zu erreichen. Der Taxifahrer (David) wurde immer aufgeregter irgendwie, weil er mit uns nervös hin und her lief und immer sagte, "das sieht hier nicht gut aus, hier ist eh niemand". Und dann (nach ca. 5 Minuten) sagte der bullige Taxifahrer auf einmal: "I'm scared. Let's go." Und ich dachte: oh oh oh oh oh! Wenn er schon Angst hat, dann ist das hier ja suuuuper gruselig! Schnell weg, schnell weg! Ganz witzig, davor hatte ich irgendwie keine Angst, wahrscheinlich gerade weil David auch da war.
Naja, also sind wir wieder gefahren. David hat gefragt, was wir denn da wollten, und wir haben ihm erzählt, dass wir ein Auto kaufen wollen. Er meinte: "Das hättet ihr doch gleich sagen können, ich kenne Händler in der Nähe!" Also hat er uns dorthin gefahren und ist mit uns zwischen den Autos durchgelaufen. Echt niedlich. Und dann hat er angedeutet, dass er uns auch helfen könnte beim Testfahren des Autos etc. und als ich dann nochmal nachgefragt habe meinte er: "Na klar helfe ich euch! Wenn ihr im Auto seid, bin ich auch da! Und wenn irgendwas nicht stimmt dann sage ich: Reparier das und das! Kein Problem!" Wirklich nett.
Auf dem Rückweg haben wir noch kurz an einer Tankstelle gehalten und er hat uns Süßigkeiten mitgebracht. Und für die ganzen extra Sachen wollte er nicht mehr Geld, sondern stattdessen das, was wir am Anfang vereinbart hatten! Auf dem Rückweg meinte er dann, ob wir das Auto für die Schule brauchen oder "for fun". Wir: zum Spaß. Und dann meinte er: oh oh, kauft doch lieber Klamotten oder geht ins Kino mit dem Geld! Autos kosten doch nur Geld und in Pretoria gibt es doch alles was ihr braucht! (Er hat selbst eine Tochter nur etwas jünger als wir, daher vielleicht seine starken Väterrollen.) Trotzdem wollen wir mehr von Südafrika sehen als nur Pretoria und haben uns nicht von dem Plan abbringen lassen und morgen hilft er uns (hoffentlich) trotzdem noch. Ich bin gespannt!

Viele liebe Grüße,
Nadine

PS: An alle, die sich schon jetzt Sorgen machen: Ich fahre ganz vorsichtig, versprochen :)

Dienstag, 28. August 2012

Union Buildings und vieles mehr

Hallo ihr da draußen,

da ich mit dem Bloggen jetzt etwas hinterher hänge, versuche ich das mit diesem Blog wieder aufzuholen. Das bedeutet, dies ist die Kurzzusammenfassung der letzten zwei Wochen im Schnelldurchlauf.

Im letzten Blog hatten wir ja ein Auto. Dieses Auto hatten wir noch bis Dienstag. Das war echt schön, weil man sich mit Auto doch irgendwie viel freier fühlt. Auf die öffentlichen Verkehrsmittel ist hier ja kein Verlass und Taxis gehen zwar, sind aber natürlich nicht gerade billig, und rumcruisen durch die Stadt ist mit Taxis auch eher schlecht. Also war das Gefühl ein Auto zu besitzen und nicht nur in Hatfield eingekästelt zu sein, sehr schön :)

Pretoria at sunset
Am Sonntag sind wir ja wie gesagt gegen ca. 4pm von unserem Trip in die Drakensberge zurück gekommen. Xin Rong findet Auto fahren ganz spannend (genauso wie ich (und wahrscheinlich viele andere) als ich noch keinen Führerschein hatte) und deswegen bin ich Sonntag Nachmittag mit ihr ein bisschen auf dem Parkplatz unserer Wohnanlage rumgefahren. Bzw. sie ist rumgefahren, versteht sich :) Das Auto war ein Automatik-Auto, deswegen geht das ja leicht. Danach sind wir dann (Yui hat dann wieder das Steuer übernommen) zum Pancake-House in der Nähe gefahren. Die machen Pancakes mit süßer, aber auch mit salziger Füllung. Yui hatte einen Chicken Leber Pfannkuchen, und hat sich gewundert, warum das Fleisch nicht so zart ist. Sie dachte Chicken River (= Hühnchen, die in der Nähe vom Fluss gewohnt haben). Als sie dann rausfand, was sie da aß, hat sie das letzte Stücken Hühnchen-Leber aber trotzdem noch gegessen. Danach sind wir zur Free Movie Night gefahren, organisiert von dem Residence-Team für ganz Tuksdorp. Dort waren gar nicht viele internationals, aber dafür haben wir ein paar kennen gelernt, die noch in Tuksdorp wohnen. Wir haben "What to expect when you're expecting" gekuckt, den Film kannte ich ja schon, habe aber dieses Mal mehr verstanden.

Am Montag hatten wir das Auto immer noch! Vormittags hat mich Yui bei der deutschen Botschaft abgesetzt, damit ich mir dort die Übersetzung für meinen Führerschein geben lassen kann (man weiß ja nie). Witzig, so viele Deutsche auf einem Haufen. Nachmittags sind Yui, Xin Rong und ich dann zu den Union Buildings gefahren, paarend zum Sonnenuntergang. Sehr schön dort, mit einem riesigen Garten davor. Ein bisschen sind wir dort rumgeschlendert, aber dann wurde es recht schnell recht dunkel, und anscheinend ist das umliegende Gebiet der Union Buildings gar nicht so sicher, deswegen sind wir dann weiter gefahren, auf der Suche nach einem südafrikanischen Restaurant. Ich war am navigieren, lief soweit ganz gut, doch dann habe ich mit einmal zwischen links und rechts vertan. Xin Rong meinte noch: "Das sieht so aus, als ob wir die Stadt bald verlassen würden." und flupp hatten wir die Stadt verlassen und befanden uns (bei Nacht) auf einer Autobahn Richtung Johannesburg. Und dann im Stau. Super! So konnten wir wenigstens in Ruhe überlegen, wie wir jetzt am schlausten weiter vorgehen sollten. Und dann kamen wir an eine Mautstelle. Also hat uns der Abstecher 6 Rand gekostet. Wenn man so drüber nachdenkt ist das ziemlich lustig, und das war es auch. Die Kassiererin an der Mautstelle haben wir dann nach dem Weg gefragt, und so waren wir ziemlich bald wieder zurück in Pretoria, an der selben Stelle, sind dieses Mal aber richtig abgebogen. Auf dem Weg haben wir noch Snow eingesammelt, und sind dann zum Restaurant gefahren. Dort gibt es wirklich alles, hauptsächlich Steak mit Soßen und sieht sehr schön dort aus. Ist ein bisschen upperclass, aber ich habe für ein Steak mit Soße und Pommes und Gemüse und einem Apfelsaft und einem Nachtisch 18 Euro gezahlt. Dafür hätte ich in Deutschland mindestens das Doppelte gezahlt. Also super!
Union Buildings at sunset

Ansonsten war dies generell die Woche, in der ich fast jede Nacht mit Xin Rong bis drei Uhr entweder gelernt habe für einen Test, oder aber irgendwelche Assignments geschrieben habe bis drei Uhr nachts. Das hat ziemlich geschlaucht, aber bei Xin Rong war ich immerhin sehr viel produktiver als ich es in meinem eigenen Zimmer gewesen wäre. Und hat auch Spaß gemacht, denn wenn einer von uns mal gar nicht mehr lernen wollte, dann wurde der andere kurz abgelenkt und dann ging es wieder.

Am Samstag habe ich geschlagene 8 Stunden mit meiner Gruppe aus dem Psychopathologie Kurs unsere Präsentation über Ängste vorbereitet. Wir haben uns getroffen, und jeder hatte gerade mal das entsprechenden Kapitel im Buch darüber gelesen und mehr noch nicht. Und wir haben es tatsächlich geschafft, die gesamte Präsentation an einem Tag zusammen zu packen, auch wenn uns das 8 Stunden gekostet hat, und das ohne nennenswerte Pausen (vielleicht 20 Minuten zum Essen am Mittag). Im Ganzen war ich aber überrascht wie produktiv wir waren. Trotzdem würde ich das nächste Mal das Kapitel einfach aufteilen und dann innerhalb von 3 Stunden zusammenstecken... Abends war ich so müde, dass ich Essen bestellt habe, zusammen mit Xin Rong und Snow. Hier gibt es etwas namens Extreme Delivery. Die laufen dann zu den verschiedensten Fast Food Restaurants (auch McDonalds zum Beispiel) und bestellen dort für dich, was du vorher bestellt hast. Echt super, so braucht man sich theoretisch nicht mal einigen, ob man Chinesisch oder Burger will, der eine nimmt das eine, der andere das andere und alles kommt gleichzeitig an. Gibt es sowas bei uns auch?

Pretoria at sunset
Am Sonntag hat unser Haus abends ein international Dinner gemacht. Da haben alle 8 Mädels unseres Hauses plus Gerald (Freund von Mona) jeweils aus dem eigenen Land was gekocht, und dann haben das alle gegessen. Super spannend! Ich habe Milchreis gemacht, konnte aber keinen Milchreis finden und habe das deshalb mit Risotto Reis gemacht. Das schmeckt genau gleich wie mit Milchreis! Warum sind das dann zwei unterschiedliche Dinge? War alles sehr lecker :) (An diesem Abend habe ich zum Beispiel bis 3.00 am an meinem Empra Bericht gebastelt ;) )

Am Montag bin ich der Gumboot Dancing Gruppe beigetreten. Gumboot Dancing ist ein südafrikanischer Tanz, der in den Minen Südafrikas entwickelt wurde, als die Arbeiter nur ihre Hände und ihre Gummistiefel hatten. Auch wenn jeder sich einfach einen Rhythmus ausdenken kann, so gibt es doch ein paar Grundrhythmen, die dann sogar Namen haben. Macht wirklich Spaß und ist wirklich anstrengend und wirklich kompliziert. Zumindest für mich. Die anderen scheinen das im Blut zu haben, ich versuche das eher auswendig zu lernen, die anderen kucken und tanzen... Aber ich gebe nicht auf! Und die Gruppe ist auch nett und erklärt mir das dann nochmal in aller Ruhe. Im Oktober gibt es anscheinend einen Talent Wettbewerb der Uni, und vielleicht machen wir da sogar mit. Mal sehen. Auf jeden Fall würde ich vorschlagen, dass ihr Gumboot Dancing mal youtubed, weil erklären kann ich das nicht. :)

Am Mittwoch hatte ich abends um 5.30 die Gruppenpräsentation über Ängste (weiß nicht, ob das gut lief für südafrikanische Standards, aber ich war nicht so schlecht, obwohl das schon was anderes ist, wenn man mit seinem Englisch vor drei dutzend Muttersprachlern kämpft). Um 7.30 (abends) habe ich dann eine multiple choice Klausur in Kognition geschrieben, das lief (nach Gefühl) überraschend gut. Danach haben Yui, Snow und Xin Rong was typisches aus deren Ländern gekocht, und ich habe gegessen :). Deshalb habe ich angeboten, dass ich abwaschen kann, und dann hatten wir eine riesige Abwaschdiskussion! Echt witzig. Auf jeden Fall haben wir so riesige "Abwaschkulturunterschiede" aufgedeckt. Lasst mich das kurz erläutern. Deutschland: Man lässt Wasser in die Spüle ein, spült alles und lässt den Schaum meistens drauf zum wegtrocknen. Asien: Man lässt Wasser aus dem Harn laufen, schäumt zb. einen Teller ein, und spült dann nochmal mit Wasser nach, sodass man es ohne Schaum zum Trocknen hinstellt. (Auch witzig: BEVOR sie essen, spülen sie die (bereits gewaschenen) Teller nochmal ab mit normalem Wasser und essen dann meistens von nassen Tellern, mit nassen Löffeln, etc.) Auf jeden Fall wollte ich nach deutscher Art waschen und die anderen: Wird das auch sauber? Ihr esst doch dann die Chemikalien! Ich: Nein, das stimmt nicht! So beobachtet, hat dann Xin Rong nochmal die Sachen mit normalem Wasser abgespült. Aber einen "Versuchs"-Teller hatten wir (quasi mit dem Schaum drauf) und der hat in mehreren Tests bewiesen, dass beide Varianten gleich gut wirken. Aber wirklich komisch und wir hatten (trotz großer Diskussion) eine Menge Spaß.

Donnerstag habe ich dann gekocht. Fertig Kartoffelbrei (lange nicht so lecker, wie deiner, Valentina, aber auch ok), Fischstäbchen und Gemüse. Hat alles funktioniert und war alles lecker und Xin Rong, Yui und Snow hat es auch geschmeckt.
Ok, bis 1.30 am habe ich mit Linda und Xin Rong noch geredet, und dann erst bis 3.00 am meinen Text geschrieben, kommt mir aber mit den späten Uhrzeiten und den Hausaufgaben genau wie Schule vor.

Me in front of Union Buildings
Freitag bin ich wieder zum Gumboot Dancing los, aber leider war da sonst niemand! Nach einer Weile kam noch ein Junge. Schweigend saßen wir nebeneinander ca. 20 Minuten (mit leichten Unterbrechungen) und haben gewartet. Aber irgendwann haben wir über die 11 Landessprachen Südafrikas gesprochen (er selbst spricht 7), über die vier Rassen Südafrikas (das ist gar nicht so leicht zu verstehen), über ein bisschen Geschichte, und über ein paar andere Sachen. Super interessant! Sein Name ist Krabo (mit gerolltem r), glaube ich. Abends sind Yui, Snow, Xin Rong und ich ins Kino gegangen (Step up 4). Dort haben sie eine Kombination aus Popcorn, Cola und DVD von Step up 3 für 6,50 Euro angeboten, zu der ich nicht nein gesagt habe. Die Geschichte des Films ist ok, aber die Tanzszenen sind wirklich cool!

Jetzt habe ich es fast geschafft alles aufzuholen. Da ist schon wieder ganz schön was zusammen gekommen. Ich hoffe, ihr habt einen nicht allzu heißen Sommer!

Viele liebe Grüße,

Eure Nadine

Samstag, 25. August 2012

Roadtrip to Drakensberg

Hallo an euch oder jetzt auch auf Sepedi: Dumelang!

Snow in SA! Close to Drakensberg
(Ich hatte überhaupt keine Zeit, die letzten 10 Tage, deswegen hier jetzt der Bericht von dem Ausflug von von vor 2 Wochen :) )
Ich habe euch ja bereits erzählt, dass wir Donnerstag und Freitag dieser Woche frei hatten. Unser einziges verlängertes Wochenende wollten wir (Yui, Xin Rong und Xue) nutzen, um einen neuen Teil Südafrikas zu erkunden: Die Drakensberge. Das ist die größte bzw./ und höchste Bergkette Südafrikas und liegt südlich von Pretoria, ganz dicht bei Lesotho (die Enklave). Alles etwas spontan (Mittwoch nachmittag haben wir das Auto gebucht, Aktivitäten und Unterkünfte aber noch nicht!) sind wir am Donnerstag morgen zum Autoverleih gewandert (15 min). Dort hat es tatsächlich zwei Stunden gedauert, bis wir das Auto dann hatten, aber am Ende tatsächlich jenes, welches wir auch gebucht haben!
Restaurant in Frankfort
Yui (in Japan fährt man offensichtlich auch links, wusstet ihr das?) hat ein bisschen einen unsicheren Eindruck gemacht, im Vorfeld. Sie hat des öfteren gefragt, ob ich dann im Notfall auch fahren kann. Oh oh. Hat auf meiner Seite ein bisschen Unsicherheit hinterlassen, aber ich habe den Schein noch nicht lange genug, dass ich mich auch als Fahrer eintragen lassen kann (= keine Versicherung), und Xin Rong und Xue haben den Schein gar nicht.
Unsere kleine Gruppe wurde von Milly begleitet. Sie stammt aus Pretoria, afrikanischer Abstammung und ist 21 Jahre alt. Zu fünft haben wir uns dann in den Polo Volvo gequetschten und los ging's! Zu Beginn war Yui tatsächlich etwas zögernd, aber das hat sich schnell gelegt und meiner Meinung nach fuhr sie sehr souverän.
Me and Scorpion, ready to go!
Unser erster Stop war in der Stadt Vereeniging (Afrikaans für Vereinigung). Dort waren wir in einem KFC für lunch. Ganz witzig, das Angebot des KFCs hat sich der Nachfrage der südafrikanischen Bevölkerung angepasst. Es gib neben Pommes als Auswahl auch noch Pap. Pap sieht aus wie Kartoffelbrei, nur irgendwie weißer und wird aus Mais hergestellt. Es ist ein Grundnahrungsmittel, besonders in den ärmeren Gebieten Südafrikas und hat keinen Geschmack. Deswegen isst man es mit Bratensauce und/oder Fleisch. Anscheinend ist Pap und Fleisch zusammen ein typischen südafrikanisches Gericht.

just us
Danach sind wir weitergefahren, um den (glaube ich) größten Damm Südafrikas zu sehen, den Vaal Dam. Der versorgt viele Städte (auch Johannesburg) mit Wasser. Ohne Navigationssystem mussten wir unseren Weg mithilfe einer Karte, rumfragen und gesunden Menschenverstand finden. Gar nicht so leicht. Das hat uns das ein oder anderer Mal auf Sandstraßen geführt, die mit riesigen Kieselsteinen bestreut waren (mehr kleine Felsbrocken) mitten im Nirgendwo. Keine Häuser, nur Land links und rechts, leicht hügelig. Aber eingezäumtes Land, also vielleicht gehört das ja tatsächlich irgend jemandem.
Des öfteren haben wir uns verfahren, aber immer wieder zu unserem Weg gefunden. Einmal waren wir in mitten einer der besagten Sandstraßen, und kamen an eine Weggabelung (diese Beschreibung trifft zu, denn worauf wir fuhren hatte mehr Ähnlichkeit mit einem Weg als mit einer Straße) ohne Schilder. Links oder rechts? Also haben wir uns an der Sonne orientiert und sind nach Osten gefahren. Da bekommt man ein ganz abenteuerliches Gefühl. Und wenn man dann tatsächlich irgendwo ankommt, dann hat man das Gefühl, man hat wirklich etwas geschafft.

Me and my horse
Zurück zum Vaal Dam. Wir sind durch ein paar Mini-Städte (die wirklich mini sind, weil sie nur ein paar Möglichkeiten zum Einkaufen bieten, und nur ein paar mini Wohnhäuser, aber trotzdem alle in meiner super detaillierten Karte eingezeichnet sind!)  um den Vaal Dam herumgefahren. Anscheinend gibt es hier dutzende dieser Städtchen. Und dann kamen wir an ein Tor, welches den Durchgang zum Vaal Dam markierte. Eine Frau kam aus dem dazugehörenden Häuschen und hat gesagt, dass der Vaal Dam nur einmal im Jahr auf hat, am 01.03. . Na toll. Aber von wo wir waren konnte man trotzdem den riesigen Damm-See sehen, mitten in dem dürren Land, aber leider keine Mauer. Also sind wir über viele Schotterpisten weiter nach Frankfort gefahren. Das ist eine etwas größere Stadt mit ein paar alten Gebäuden von den Holländern, und vielen Afrikaans Menschen.
Auf Anhieb haben wir eine tolle Unterkunft gefunden, wo wir für insgesamt 55 Euro 2 Zimmer bekommen haben (3 Betten plus Küche und Bad in dem einen Zimmer und 2 Betten plus Bad in dem anderen Zimmer). Abendbrot haben wir in dem (anscheinend) einzigen Restaurant der kleinen Stadt gegessen. Ein riesiges wunderschönes Haus mit dem Strohdach und alles aus Holz. So wie man sich das in Südafrika vorstellt. Country Musik aus den Lautsprechern, manchmal auch auf Afrikaans.
Freedom in SA
 Eine Weile standen wir auf dem Balkon und haben die Sterne beobachtet. Ein schönes Gefühl, einfach mal rauszufahren aus Pretoria, ohne genau zu wissen, wie es da sein wird, oder wo man da schläft und dann am Ende des Tages festzustellen, das es geklappt hat.
Zurück im Guesthouse haben wir ein bisschen Olympia auf Zulu gekuckt. Das hört sich dann so an, als würde irgendwas mit dem Fernseher nicht stimmen, denn bei Zulu gibt es immer wieder "click sounds". Zeige ich euch dann, wenn ich wieder da bin.
Am nächsten Morgen (Freitag) sind wir früh morgens (um 6.00) und in bitterer Kälte losgefahren zu unserem Ziel: die Drakensberge. Ein paar Mal haben wir Zwischenstops gemacht für Fotos mit Schnee!! (Zum Beispiel) Schnee!! in Südafrika. Cooli. Unterwegs gab es nur Chips, Schokolade und andere Leckereien, die hier unter den Begriff "Comfort Food" fallen. hihi.
Hiking in Drakensberg
Gegen Mittag sind wir dann im Gebiet der Drakensberge (ist ziemlich groß, müsst ihr mal googlen) angekommen, sehr dicht zur Grenze von Lesotho (das ist die Enklave in Südafrika). Sehr warm ist es da unten. Und viele Menschen, die kleine Tonfiguren verkaufen wollen, auch Kinder. Oft sieht man auch Menschen auf den Straßen für die Autos zwischen Dörfern hin und her laufen, die unglaublich weit voneinander entfernt sind.
Accomodation at Drakensberg
Zuerst sind wir dort in den Royal Nasal National Park gegangen, um uns mit den regionalen Flyern auszustatten. Yui und Snow haben dann etwas gefunden, dass sich "Extreme Cable Tour" nennt, und das beide unbedingt machen wollten. Milly wollte nicht, und ich und Xin Rong waren damit "ok". Wir wollten am nächsten Tag dort anrufen und das buchen. Dann haben wir etwas gefunden, dass Horse Trail ganz in der Nähe anbietet, also haben wir für 2 Stunden Horse Trail gebucht. Das war so cool! Am Anfang hat uns ein Mann gefragt, wer schon etwas Erfahrung hat und im Gegensatz zu den anderen (Milly saß bis dato noch  nie auf einem Pferd), war ich diejenige, die hier mit Erfahrung aufwarten konnte (danke Marieli :) ). Also haben sie mich auf ein Pferd namens Skorpion gesetzt. Hihi. Klingt jetzt schlimmer, als es war. Ganz im Gegenteil!
Skorpion war aufmerksam und schnell-füßig. Also ich vorneweg und die anderen 4 hinterher. Ohne lokaler Mensch, der mit uns kommt. Ich so: "Gehen wir jetzt alleine?" Und der eine Mann hat mit Handzeichen verstehen zu geben, dass wir weiter reiten können, aber dann kam ein anderer Mann auch schon auf seinem Pferd angaloppiert.
Just about to take off
Und ich weiter vorne weg!! Hinten hat er den anderen erklärt, wie man antreibt, uns so was. Also sind wir im Schritt durch das hohe Gras gelaufen, zwischen den Hügeln der Drakensberge lang. Auf der anderen Talseite konnte man ein Dorf sehen, aber ansonsten nur wir. Unglaublich schön. Und dann hat der Mann die Führungsposition eingenommen und ist angetrabt! Wie cool! Und ich hinter her!... und die quietschenden 4 Mädels auch hinter her :). Das war sooo toll. Und Skorpion hat das alles selbst gemacht, also konnte ich mich voll aufs Genießen und Strahlen konzentrieren. Und dann meinte der Mann "keep going" und ist selbst nach hinten geritten, um die anderen Pferde anzutreiben. Die Worte "keep going" habe ich erst später vollends verstanden. Damit meinte er, ich kann im Trab weiter gehen. Naja, das erste mal habe ich dann durchpariert, aber die anderen Male bin ich dann vorneweg im Trab. Da hat man das Gefühl, man ist ganz allein, aber auf eine tolle Weise. Später hat der Mann nur noch gesagt "Go faster" und ich habe alleine angetrabt, die anderen hinter her. Ich kann hier gar nicht beschreiben, wie toll das Gefühl war.
Me on Extreme Cable Tour
Wir sind über einen mini-Fluss geritten und dann ein bisschen einen Berg hoch, wo wir dann ein paar Fotos gemacht haben. Und dann habe ich den Mann gefragt, ob ich später auch schneller reiten darf (war mir nicht sicher, ob Galopp auch Galopp in Englisch ist). Und er meinte, später. Und tatsächlich. An der einen Stelle meinte er, dass ich jetzt bis zu einem Tor reiten darf. Und ich tuuuuiiiiii, erst in sehr schnellem Trab aber dann ein ganzes Stück im Galopp! Und die einzigen Gefühle in diesem Moment waren Freiheit und Glückseligkeit :).
Wieder zurück meinten die anderen, dass sie die erste halbe Stunde schön fanden und dass danach alles weh tat. So ist das. Aber ich werde das niemals vergessen und ich bin mir sicher, die anderen auch nicht.
Es war mittlerweile ungefähr 4, und wie ihr ja mittlerweile wisst, wird es hier schon ab 5.30 pm dunkel. Trotzdem sind wir nochmal zurück zu dem Royal Nasal National Park gegangen und waren noch ein bisschen wandern durch das hügelige Gebiet.
Unser nächstes Ziel: Unterkunft finden. Und das gestaltete sich tatsächlich sehr viel schwieriger als gedacht. Da dies national ein langes Wochenende war, hatten natürlich auch alle Südafrikaner frei, was zu "We are fully booked" als Antwort, auf die Frage, ob sie noch ein Zimmer für 5 Personen haben. oh oh. Mittlerweile war es bereits dunkel. Oh oh. Drakensberg ist eine Region, wo viel car-hijaking ist. oh oh, oh oh.
uiiiiiiiii!
Am Ende standen wir in einem Backpacker. Der Mann dort konnte uns Zelte anbieten, oder Apartments, 15 km weit weg, irgendwo im nirgendwo. Vielleicht wären wir auf eine der beiden schlechten Alternativen eingegangen, wenn der Mann netter gewesen wäre. Weil besonders freundlich war der nicht.
Also haben wir versucht erst einmal etwas Essbares zu finden. Und sind im Tower of Pizza gelandet. Nachdem wir den ganzen Tag nur Comfort Food gegessen haben, habe ich mit Nudeln mit Pesto und einen Salat bestellt. Das war lecker. Und vor der Tür habe ich eine Deutsche getroffen! Sie macht gerade ein Praktikum in Johannesburg und ist mit Arbeitskollegen auf dem Wochenendtrip. Ich habe ihr meine Nummer gegeben, vielleicht meldet sie sich ja mal.
Exciting!
Im Restaurant haben wir dann alle Nummern aus unseren Reiseführern und von den Flyern nach der Reihe abgeklappert. Zelte, gab es nach dem 10ten Anruf zur Auswahl. Zusätzlich haben wir die Bedienung gefragt nach Nummern. Und tatsächlich! Wir haben am Ende bestimmt 20 Anrufe getätigt aber tatsächlich etwas gefunden! Also sind wir nach dem Essen dort hingefahren, ca. 15 km weit entfernt. Und das war wirklich schön! Wir hatten unser eigenes kleines Bungalow Haus, etwas abseits der anderen kleinen Bungalow Häuser. Das Haus hatte eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Zimmer mit Doppelbett und ein Zimmer mit 2 Einzelbetten. Yui hat sich bereit erklärt auf dem Sofa zu schlafen. Das war wirklich schön dort. Eine Weile saßen Yui, Snow (=Xue) und ich auf Stühlen vor dem Haus, mit einer Decke auf dem Schoß und haben die Sterne beobachtet. Xin Rong hat während dessen versucht, die Sterne zu fotografieren.
King Swing
Am nächsten Morgen haben wir Frühstück in dem Resort gegessen. Und haben dann die Extreme Cable Tour gebucht. Man slided quasi von Baum zu Baum, weil man auf einem Seil langrutscht. Ich denke, die Bilder helfen zu verstehen, was ich meine. Auf jeden Fall muss man dafür so einen Sitz anziehen. Und als wir gerade dabei waren den Sitz anzuziehen fragt Yui: "What is a cable?" Sooooo witzig! Da mussten wir wirklich lachen, weil sie das ja die ganze Zeit machen wollte, und offensichtlich gar nicht wusste, was genau! Und dann sah das tatsächlich ziemlich gruselig aus. Die Plattformen auf den Bäumen schaukelten im Wind, da ausgerechnet dieser Tag ein super windiger Tag war. Insgesamt haben wir uns zu 7 Bäumen gerutscht. Manchmal war die Strecke zwischen den Bäumen ganz lang, manchmal ganz kurz. Und man durfte nicht genauer, drüber nachdenken, was man da macht, dann wurde es gruselig, aber ansonsten war es echt toll.
Me on trampolin
Danach haben sie Xin Rong, Snow (2 mal) und Milly noch getraut, den King Swing zu machen. Da springt man aus einer Höhe von 17 m und ist an einem langen Seil befestigt, sodass man dann hin und her schwingt, wie bei einer riesigen Schaukel. Trotzdem hat man aber einen freien Fall von bestimmt 5 Metern, sodass ich mich das nicht getraut habe. Stattdessen waren ich und Yui dann auf dem Trampolin für Kinder, das war echt toll :)
Danach sind wir in die nächste Stadt gefahren, nach Ladysmith. Da wir aus der vorherigen Nacht gelernt hatten, wollten wir hier nun zuerst eine Unterkunft finden, und tatsächlich waren ein paar frei und wir haben uns für die allertollste Entschieden. Für 95 Euro hatten wir die Suite, wo Snow, Yui und Sing Rong in einem riesigen Doppelbett geschlafen haben und ich und Milly in zwei Einzelbetten. Die ganze Anlage ist super schön. Alles neu und mit ganz viel Liebe zum Detail. Essen haben wir bestellt und dann draußen gegessen, mit Blick auf die bereits dunkle Stadt. Ein schöner Abschluss.
Suite in Ladysmith
Am nächsten Morgen (Sonntag) haben wir bereits um 6.30 am gefrühstückt, um möglichst früh zurück zufahren und konnten uns dann aber erst um 8.00 Uhr von der Anlage trennen. Wir haben die N3 zurück genommen, das ging dann sehr schnell. Am längsten hat ein ewig langer Zwischenstopp bei Wimpys gedauert, an einer Tankstelle. Und bereits um 4.00 pm waren wir wieder in Pretoria.
Schön zu sehen, war, dass obwohl wir die letzten 4 Tage zwangsläufig aufeinandergesessen haben, hat sich niemand gleich in seinem Zimmer versteckt, sondern wir haben uns gleich wieder an unseren riesigen Tisch gesetzt.
Ein unglaublich schöner Ausflug, mit tollen Erinnerungen.

Viele liebe Grüße,
Nadine

Dienstag, 7. August 2012

Rhino and Lion Park

Hallo ihr da draußen,

ich habe euch ja die Bilder versprochen, wo ich einen Baby-Löwen hinterm Ohr kraule. Hier sind sie! Das sind alles Bilder aus dem Rhino and Lion Park. Das ist ein Game Reserve in der Nähe von Johannesburg und direkt nebenan ist der Cradle of Humankind!
Hello :)
Zu dem Park sind wir (Xue, Yui, Benjamin (ein localized student aus Central Africa), Xin Rong und ich) mithilfe einer Tourguidin gefahren. Sie hat uns auch innerhalb des Game reserves rumgefahren, denn man darf das Auto nicht verlassen (außer an ausgeschilderten Orten, wie beim Restaurant). Im Park haben wir alle möglichen Tiere gesehen, aber keine Elefanten, Giraffen und Alligatoren. Aber da gab es folgendes: Wildhunde, Löwen (weiß und braun), Geparden, Büffel, Straußenvogels, Nashörner, alle möglichen Arten von Antilopen (die werden teilweise echt RIESIG), Gazellen, Wildschweine, Erdmännchen, Zebras (aber die hellbraun-schwarze Sorte!) und noch kleinere Tiere, die ich gerade vergessen habe.
Rhino and Lion Park
Wir sind erst ein bisschen rumgefahren und haben dann schon schnell zwei Nashörner mit einem Mini-Nashorn gesehen, bei einer Futterstelle mit ganz vielen anderen Tieren. Das war so spannend, weil man die Hierarchie der Tiere durch das Verhalten total gut bestimmen konnte! Nashörner-Büffel-Strauße oder Antilope-Gazellen-Wildschweine-große Vögel-Erdmännchen-kleine Vögel. Witzig war auch, als das Nashorn einmal den Büffel "schnell" von dem Heu verscheuchen wollte. Das Beschleunigen sah aus wie in Zeitlupe ;)
Me and white-Baby-Lion
Danach sind wir zu den Baby-Löwen gefahren. Wie süß! Die weißen Löwen (hab ich gestreichelt!) sind drei Monate alt, die braunen bereits fünf. Ich kann mir vorstellen, dass das kein schönes Leben ist, jeden Tag von Touris angegrabbelt zu werden, ich hoffe, den Löwen-Babys macht das nichts (mehr) aus. Man kann dort Löwen-Babys streicheln, oder Eddie, ein Gepard (9 Jahre alt). Der schnurrt so laut! Aber wie eine Riesen-Katze, niedlich.
Brauner Baby-Löwe
Dann sind wir zu der Fütterung der zwei Geparden gefahren. Das läuft so ab: Die Geparden warten in der Mitte eines runden Platzes, die Autos stellen sich im Kreis um diesen Platz, ein Transporter schmeißt ein (Riesen) Stückchen Fleisch runter und die Geparden fressen. Cool. Danach ging es ab zu der Fütterung der weißen Löwen. Läuft genauso nur dass die (ca. 7 ) weißen Löwen eine ganze Kuh kriegen. Und dass sich die Löwen manchmal anfauchen... Voll cool.
Danach sind wir noch ein bisschen im Park rumgefahren.
White Lions eat Cow
Es gibt ein paar Straußenvögels, die bewachen das Damenklo an der einen Stelle. Xue hat die Chance beim Schopfe gegriffen und wollte ein paar schöne Fotos machen. Der eine Strauß kam total dicht auf sie zu, aber sie ist nicht zurück gegangen. Xin Rong und ich so: "Geh lieber etwas zurück!" Sie: "Warum? Der kam doch zu mir!" Wir: "Trotzdem! Das ist gefährlich!" Sie war weniger als einen halben Meter manchmal vom Strauß entfernt, definitiv innerhalb der Schnabelreichweite, aber hat sich anscheinend keine Sorgen gemacht. Später wurde klar warum: Sie wusste nicht, dass Straußenvögels (ich weiß, das Wort gibt es nicht, wie heißt das richtig?) beißen und/oder treten. Na gut. So ist aber dieses absolut witzige Foto entstanden (siehe oben) :)
Gestern war Donnerstag, heute Freitag und morgen ist Mittwoch. Wie geht das? Donnerstag und Freitag (die richtigen Tage) ist diese Woche frei, da galten diese Woche am Montag und Dienstag kurzerhand die Stundenpläne für Donnerstag und Freitag, damit das gerecht ist mit den Stunden. Eigenartig, sollte man in Deutschland vielleicht auch mal drüber nachdenken, besonders im Sommersemester, wenn 3 mal Donnerstag und 3 mal Montag ausfällt.
Heute hat es zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen in allen neun Regionen (oder so) am selben Tag geschneit! Und in Pretoria offensichtlich zum ersten Mal, die Leute waren ganz aufgeregt... Naja, ist auf jeden Fall super kalt hier grade, ich hoffe, es wird bald Sommer.

Viele liebe Grüße!
Nadine

PS: Alle Beobachtungen, Meinungen, "Fakten" sind meine eigenen und deshalb komplett subjektiv. Also vielleicht ist in Wirklichkeit alles ganz anders! Kommt rüber und schaut selbst ;)

Freitag, 3. August 2012

"Wo bist du?"

Hallo meine Lieben,

der Alltag kehrt langsam ein, und mit ihm eine Menge Arbeit. Erste Klausuren gibt es erst Mitte August, aber der Pre-Stress ist schon jetzt einfach erhältlich ;)

Wie ich ja schon mal erwähnt habe, belege ich einen Soziologie-Kurs des ersten Jahres. Das Thema, welches wir gerade behandeln, ist Rasse. Mehr als aktuell in Südafrika, und das merkt man! Unglaublich spannend zu hören, was die Studenten dazu sagen, was ihre Meinungen und besonders die Erfahrungen sind. Und die Meinungen sind super unterschiedlich! Das + die etwas mehr "aufbrausendere" Mentalität führt zu 50 Minuten absoluter Faszination auf meiner Seite. Dennoch versuche ich nach wie vor, die Kulturen, Ethnien, Rassen, Meinungen, Einstellungen zu sortieren. Das beginnt schon damit, dass es hier 4 offizielle Rassen gibt: Black, Indian, White und Coloured. Was ist jetzt genau coloured? Ich bin mir noch nicht sicher, obwohl ich noch zwei weitere Stunden mit Xin Rong diskutiert habe, wie die Aufteilung genau gemeint ist. Echt spannend! Sie studiert Soziologie und Soziale Arbeit, das gibt nochmal einen anderen Input als nur Psychologie. Also wirklich cool. Und heute hatten wir ein Soziologie Tutorium, wo wir eigentlich nur über persönliche Erfahrungen mit unterschiedlichen Rassen gesprochen haben und welche Rasse wir angehören würden wollten, wenn man aussuchen könnte. So spannend! Weil die Leute dann im positiven Sinne sagen, was sie sonst so offen wahrscheinlich nie sagen würden. (Bsp: Weiß, denn Weiße werden bevorzugt.)

Dienstag hatte ich irgendwie einen schlechten Tag. Kennt ihr das? Man wacht auf und denkt schon: "Heute ist irgendwie nicht so toll." In Deutschland ist an diesen Tagen meistens auch schlechtes Wetter, sodass ich das dadrauf attribuiere, aber hier scheint jeden Tag die Sonne! Auf jeden Fall werfen mich dann immer die kleinsten Dinge schon aus der Bahn. Dass ich noch nicht weiß, was ich am Wochenende mache, die anderen schon. Dass ich das Gefühl hatte, ein anderes international Girl stiehlt meine local-Freundin. Dass ich nicht zum All Blacks vs. Springboks Spiel gehen kann, obwohl ich so unbedingt WOLLTE! Und dann werde ich leicht pampig, ich hoffe, dass hat hier niemand gemerkt ;)
Aber der Tag ging vorbei und Mittwoch sah die Welt schon wieder anders aus. Mittwoch hatte ich zum ersten Mal Kognitive Psychologie und Psychopathologie (= Klinische bei uns). Unter all den Psychos habe ich mich irgendwie wohl gefühlt, nicht so fremd wie in den anderen Kursen :)
Leider habe ich jedoch in allen drei Kursen die erste Stunde (letzte Woche) verpasst! Habe euch doch erzählt, dass ich beim Department erfahren habe, dass es ausfällt, ne? Tja, Pustekuchen! Fiel gar nicht aus! Naja, jetzt habe ich das Gefühl, ich habe nur 60% der Infos, dabei habe ich wahrscheinlich 85%.

Gestern habe ich zusammen mit Linda gewaschen. Das ist hier ein ziemlicher Akt, denn wenn man seine Wäsche aufhängt, dann sollte man sie danach "bewachen". Man fragt sich: Wer mag denn Wäsche klauen, aber passiert hier anscheinend mal (obwohl ich nicht sehe, dass die locals ihre Wäsche bewachen...). Ich hatte aber sehr viel Glück, Linda wollte gerne draußen was in der Sonne lesen, sodass sie meine Wäsche gleich mit bewacht hat. Am Nachmittag waren wir zusammen dann beim ersten Mal Sepedi.

Sepedi: Eine neue Sprache zu lernen ist ja nicht ganz einfach. Etwas schwieriger wird es, wenn man eine fremde Sprache in einer anderen fremden Sprache erklärt bekommt, die nicht die eigene Muttersprache ist, aber die man eigentlich versteht. Absolut kompliziert hingegen ist es, wenn man eine fremde Sprache in einer einem fast komplett fremden Sprache lernt.

Wie meine ich das jetzt? Unsere Sepedi-Lehrerin hat ca. 70 % Englisch gesprochen und 30% Afrikaans. Afrikaans ist das, was sich aus Holländisch ableitet, mit einem gesunden Mix an den lokalen Sprachen hier. Ich verstehe bei Afrikaans so einzelnste Wörtchen. Und unter höchster Anstrengung und unter der Vorraussetzung, dass ich den Kontext kenne, manchmal auch den Sinn einzelner Abschnitte, oder so... Bin jedoch weit davon entfernt, das einigermaßen "gut" zu verstehen, was das ganze Sepedi-Lernen irgendwie erschwert. Vor allem, wenn sie Worte buchstabiert und das Alphabet aus beiden Sprachen (Englisch und Afrikaans) benutzt. Englisches e ist in Afrikaans nämlich auch (wie im Deutschen) ein i. Etwas kompliziert, wenn man keine Ahnung hat, wie sich Sepedi Wörter schreiben.

Ein bissel bisschen erinnert Sepedi irgendwie an Maori. In Sepedi macht es einen Unterschied für die benutzte Begrüßung, etc. wie viele Leute man begrüße, in Maori war das irgendwie so ähnlich. Da macht es für das "You" einen Unterschied, wie viele Personen das sind, und bei dem "Wir", ob die gegenüber mit gemeint sind, oder nicht, oder so...
Auf jeden Fall ist schon was richtig witzig: Anscheinend (nicht ganz sicher, wegen besagter 3-Sprachigkeit des Kurses) läuft eine typische Begrüßung auf Sepedi so ab:
A: Hallo B.    B: Hallo A.
A: Wo bist du?     B: Ich bin hier. Wo bist du?
A: Aha, ich bin hier.   B: Danke für das Gespräch.
A: Du gehst.    B: Du bleibst.

Wie gesagt, NICHT sicher! Ich lese das nochmal in dem Buch nach, welches ich Montag bekomme, und muss das dann vielleicht noch mal richtig stellen :)

Heute habe ich meine ersten richtigen Hausaufgaben (von 11) in Geschichte abgegeben. Einen Aufsatz (700 Worte) zu Religion in Afrika und Trans-Atlantic Slave Trade. Aber jetzt weiß ich Bescheid! ;)

Heute hatte ich Soziologie. Tipp: Komme NIE zu spät zu Soziologie. Sobald man eine Minute zu spät kommt, darf man nicht mehr an der Stunde teilnehmen, sondern muss den Raum verlassen (und das bei Anwesenheitspflicht). Auf jeden Fall wollte heute ein Student den Raum nicht verlassen (war mehr als 10 Minuten zu spät), weil er anscheinend von weit her kam und es daher (nach seiner Aussage) gar nicht pünktlich hätte schaffen können. So oder so wollte der Professor (ohne die Erklärung zu hören), dass er geht. Er ging nicht. Oh oh. Der Professor hat mit Konsequenzen für den ganzen Kurs (200 Leute) gedroht. Er ging nicht. Das ging über Minuten! (Remember: Nur 50 Minuten Unterricht). Dann ist der Professor 5 Minuten rausgegangen, wir sollte das klären. Es gab irgendwie eine Abstimmung, die Studenten wollten anscheinend, dass der Student geht. Er ging nicht. Dann kam der Professor wieder, hat gesehen, dass er immer noch da ist und jetzt gilt folgendes: Immer wenn der Student in einer Stunde im Hörsaal sitzt, dann geht der Professor wieder -> keine Vorlesung.
Ich verstehe noch nicht, wieso Pünktlichkeit so hoch aufgehängt wird. Andere Professoren machen das zwar nicht so, aber die Studenten scheinen auf der Seite des Professors zu sein (ich bin auf Seite des Studenten, aber mische mich da mal lieber nicht ein), also kann das ja nicht so abwegig sein. Mir war das ganze heute unbegreiflich, besonders weil Pünktlichkeit überhaupt kein Thema bei uns ist, ne? Und Erklärung des Professors: Er ist so streng, weil er dafür sorgen muss, dass die Studenten ohne Störung (= Zuspätkommer) lernen, aber so ist doch viel nerviger! Als wenn sich die Leute einfach hinsetzten dürften. Verstehe ich nicht... Naja. Ich gehe mal davon aus, Dienstag dann keine Soziologie Vorlesung. Mal sehen! Aber ich versuche da noch durchzublicken...

An meine Mama: Das Tough Buddy Duty System funktioniert hervorragend. Wurde schon erfolgreich aufgesammelt und sammele erfolgreich im Team auf.

Morgen besuchen wir den Rhino and Lion Park. Wenn ich einen Baby-Löwen streichle, dann bekommt ihr das Foto zuerst :)

Keine Fotos heute, meine Kamera ist auch ein bisschen kaputt momentan, aber die andern nehmen Fotos, die ich dann bestimmt kopieren kann :)

Viele liebe Grüße!
Nadine

PS: Das klappt doch mit dem Rugby-Spiel All Blacks vs. Springboks! YIPPPPPIE!! Dank Xin Rong, echt super! Und für Transport in das etwas gruselige Johannesburg ist auch gesorgt :D