Sonntag, 11. November 2012

YES YES - Stronger Families - YES YES

Hallo meine Lieben,

letzten Mittwoch bin ich da wieder in was hineingeraten. Und am Ende bin ich bei 30° im Schatten hüpfend über den Campus gerannt, lautrufend "yes, yes, stronger families, yes, yes!".
Also, das war so: Xin Rong belegt einen "Soziale Arbeit" Kurs und während der letzten Wochen war dort der "Lebenszyklus einer Familie" Thema. Das find ich ja total spannend, also habe ich sie (wenn ich zu der Zeit keinen Unterricht hatte) ab und zu mal begleitet. Und einiges gelernt. Zum Beispiel, dass die Liebe nicht stirbt mit der Zeit, denn Liebe ist eine Entscheidung. Liebe ist nicht das Gefühl für den anderen Partner, sondern Loyalität gegenüber dem Partner unter allen Umständen. Und vielleicht ist eine Ehe nicht immer glücklich, denn es passieren schlimme Dinge im Leben, aber es kann dennoch eine gute Ehe sein.

Wenn man einsteht für das, woran man glaubt
So (finde ich) tolle und wertvolle Sachen habe ich in dem Kurs gelernt. Und dann hat die Dozentin vorgeschlagen, dass wir über den Campus gehen könnten, mit Plakaten und Schildern und so vielleicht einen Beitrag dazu leisten können, dass sich die Familien in Südafrika verbessern. Leider wusste ich nicht, wann das stattfinden würde. Also bin ich letzten Mittwoch ganz normal zum Unterricht gegangen und auf einmal war ich mittendrin. Die Studenten (vielleicht nicht alle, aber bestimmt 40) hatten Schilder gebastelt und waren bereit die Welt zu verändern. Die Dozentin hat gesagt, dass wir aber nicht rufen dürfen, weil viele Klassen immernoch Unterricht haben, aber daran hat sich niemand gehalten. Wir sind losgehoppelt. Ich leider ohne Schild (kam ja alles etwas überraschend). Auf den anderen Schildern standen Dinge wie "Planned Parenthood" und "kümmert euch umeinander". Schnell entwickelte sich eine Art Gesang und rhythmisches Gelaufe (im hüpfenden Laufschritt tanzten wir über den Campus). Die Jungs riefen "Stronger Families" und die Mädels "yes - yes, yes - yes". Das war unglaublich cool. Ich erst etwas zögernd (meine erste Demonstration überhaupt und dann gleich so dynamisch) fiel dann aber nach anfänglicher Unsicherheit auch in den Laufschritt und die Gesänge mit ein. Die Leute, denen wir begegneten, schauten etwas perplex, aber manche von uns haben dann laut ihr Schild vorgelesen und dann meinten manche Zuschauer "ok, das mach ich"(wahrscheinlich eher im Spaß, aber ist ja egal!). Zwischenzeitlich gab es dann so seitwärts Schritte, die manche in das vorwärts Gelaufe auch noch einbauten, aber das habe ich dann koordinationsmäßig nicht mehr hinbekommen.
Am Ende standen wir auf einem Stein-Podest (wo auch der Flash-Mob war) in der Mitte von der Uni. Und einer hat gerufen: "Vorwärts mit besseren Ehen!" und wir "vorwärts!". Er: "Nieder mit Eltern, die ihre Kinder verlassen!" Wir: "Nieder!" Er: "Vorwärts mit mehr Zusammenhalt in Familien!" Wir: "Vorwärts!" Und dann haben wir noch eine Motivationsrede bekommen, dass jeder etwas in der Welt verändern kann, und dass wir als Soziale Arbeiter da besonders viel bewirken können. Dann hat er gerufen: "Vorwärts mit __ (Name der Dozentin)!" Wir: "Vorwärts!" Und dann musste die Dozentin ein paar Tränchen verdrücken.

Alles in einem war das unglaublich. Irgendwie finde ich, hat man da noch richtig gemerkt, dass die ganzen Demonstrationen gegen die Apartheid auch noch nicht so lange her sind und dass die Südafrikaner das Einstehen für eine bessere Sache immer noch im Blut haben. Auch als ich im Apartheid-Museum Videos von den Demonstrationen damals gesehen haben, sind die Leute darauf eher dynamisch gelaufen, mit Gesängen, und jetzt war ich irgendwie auch dabei.
Da merkt man noch den Glauben daran, dass man (auch als kleine Gruppe) noch wirklich was verändern kann.
Ein unglaubliches Erlebnis.

Liebe Grüße,
Nadine

Samstag, 3. November 2012

Outreach Program und Gold Reef City

Hallo du und du und du,

nach einer anstrengenden Woche in der Uni haben Xin Rong und ich am Samstag (20.11.) mal was für die Gemeinschaft getan. UPI (die internationale Studentengruppe der Universität Pretoria) hat ein Outreach Programme organisiert. Los sollte es gehen um 07.30 morgens, an der Uni. Xin Rong und ich waren etwas spät dran (irgendwie bleiben wir nachts ziemlich oft sehr lange auf, da ist es schwer sich morgens schon so früh aus dem Bett zu kugeln), da dachten wir schon, alle sind schon losgefahren, weil niemand am Treffpunkt war. Stattdessen trudelten die anderen erst ungefähr 10 Minuten später ein. Die anderen waren alle tatsächlich Mitglied in der Studentengruppe und kannten sich deshalb, und Xin Rong und ich waren so die einzigen Austausch-Studenten. Das Biltong (Trockenfleisch, sehr zäh, recht lecker und super berühmt in Südafrika) haben sie aber trotzdem mit uns geteilt.
Freilaufend auf Brautschau
Dann hieß es warten, warten, warten. Komisch. Eigentlich sollte es ja um 07.30 schon losgehen, aber der Busfahrer samt Bus war noch nicht da. Nach einer halben Stunde hat jemand mal den Busfahrer angerufen - der war anscheinend noch am Schlafen, aber würde sich jetzt auf den Weg machen. Ok. Irgendwie hat sich keiner darüber aufgeregt, oder ist super nervös geworden. Hier ist dann doch einiges um einiges entspannter. Mit einer Verspätung von 1,5 Stunden haben wir uns dann gegen 09.00 Uhr in den Bus geschwungen und sind (in einem Mini-Bus) losgedüst. Ich mag Busfahren, dass hat sich hier nicht geändert. Und dadurch, dass hier die öffentlichen Transportmittel nicht 100%ig sicher sind, kommt man hier nicht so oft zum Busfahren. Also war es für mich überhaupt kein Problem, dass wir statt einer Stunde (die man eigentlich nur braucht), zwei gebraucht haben. Wie kann das sein? Wir haben uns verfahren! Aber so sind wir in einem Gebiet nördlich von Pretoria (sehr schön), durch die ländlichen Wohngebiete gefahren. Das war ganz spannend. Hunde und Kinder spielend manchmal auf der Straße. Recht winzige Häuser, aber immerhin richtige gebaute Häuser, nicht nur Blechhütten, mit ein bisschen Grundstück drum rum. Xin Rong und ich hatten Essen (ich hatte Russisch Brot gefunden, wie cool ist das denn) und Trinken (kleine Fruchtsaft-Pakete) dabei, also hätten wir noch einige Zeit im Bus überleben können und die anderen machen (immer noch) nicht einen besorgten Eindruck.
Nach etwas Rumfragen und mal anrufen, wo sich das Haus nochmal befindet, kamen wir dann an. Ein sandiger Platz, mit Gebäuden drum herum. Anscheinend ist das ein Ort, zu dem die Kinder gehen können, wenn sie unter der Woche aus der Schule kommen. Dort wird ihnen dann mit Hausaufgaben geholfen und sie bekommen Essen. Die Leute dort machen das meistens ehrenamtlich, soweit ich das verstanden habe. Alle Kinder kommen aus der näheren Umgebung und die kleinsten sahen aus wie 5 Jahre alt, die ältesten vielleicht 15 Jahre alt.
Als wir dann in den Aufenthaltsraum kamen, saßen die Kinder ganz brav, wenn auch etwas chaotisch auf Bänken, alle ganz leise. Überhaupt sind Kinder hier wirklich gut erzogen, was ich soweit mitbekommen habe. Rumschreien und rumrennen und ErzieherInnen, die kreischend hinter den Kindern her laufen, gibt es hier nicht.
Ich, direkt nach der orangenen Achterbahn-Fahrt 
Nach einer kurzen Einleitung (wer wir sind, wer die sind) haben die Kinder traditionelle Tänze in kleineren Gruppen für uns aufgeführt (Gumboot Dancing war auch dabei, das sah super aus!), kurze selbstgeschriebene Gedichte aufgesagt und gesungen. Das war wirklich schön. Die Kinder sahen auch so aus, als ob es ihnen Spaß machen würde. Und die Kinder, die gerade nicht dran waren, saßen weiterhin still dar, ohne dass die Betreuer um Ruhe bitten mussten. Wirklich beeindruckend.
Nachdem die Kinder fertig waren, hat UPI eine Weltkarte ausgepackt und dann hat jeder von uns (auch ich und Xin Rong) gesagt, woher er oder sie kommt, und was es besonderes über das Land zu sagen gibt. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich erzählt, dass unser Brot recht kompakt ist und viele Körner hat und dass wir viele Kartoffeln essen. Aber das coolste war, dass Deutschland außerhalb von Afrika ist. :)
Manche der Dinge, die wir gesagt haben, wurde von einem der Kinder in (glaube ich) Sepedi übersetzt, denn nicht alle der Kinder sprechen Englisch.
Dass mit der Karte war eine wirklich schöne Idee fand ich. Eigentlich war wohl der Plan, dass wir auch noch Spiele spielen, aber wir waren 3 Stunden zu spät. Also haben wir den Kindern noch Chips und Fruchtsaft gegeben (auch hier, nacheinander aufgestellt, kein Gedrängel, kein Geschubse) und ein paar Fotos gemacht (die ich leider nicht habe). Außerdem hat UPI Becher und Teller besorgt, die Weltkarte und Karte von Südafrika haben sie auch dem Haus gegeben und dann noch ein bisschen Essen in Dosen, dass sich lange hält.
Die Zeit mit den Kindern war recht kurz und viel organisierter als gedacht (ich dachte man spielt laut kreischend und wild fuchtelnd mit ihnen für drei Stunden), aber es war sehr schön. Und die Betreuer haben sich auch gefreut, dass die Kinder die Chance hatten, Menschen aus so vielen Ländern kennen zu lernen.
Danach sind wir wieder zurück gefahren, das hat dieses Mal nur 40 Minuten gedauert.

Ich und der Baum
Am nächsten Tag sind wir (Xin Rong und ich, die anderen mussten für Klausuren lernen) zu Gold Reef City gefahren. Das ist ein Freizeitpark in Johannesburg (direkt gegenüber vom Apartheid-Museum). Das hat voll viel Spaß gemacht und ich war so mutig! Ich bin das erste Mal in meinem Leben mit einer Achterbahn gefahren, wo die Füße frei schweben! Und mit Loopings und Schrauben und allem drum und dran! Und das alles in 45 Sekunden, dann ist alles schon vorbei. Da hat unglaublich viel Spaß gemacht, auch wenn ich mir erst super unsicher war, ob ich das wirklich will. Aber weniger denken und mehr machen hilft da. Und ein paar Stunden später sind wir sogar nochmal gefahren.
Ein bisschen unschlau war vielleicht, dass wir gleich zu Anfang mit einem Kanu auf Wasser gefahren sind. Also sowas, wo man im Kanu sitzt, dann fährt man, fährt man und am Ende fährt man von oben steil runter und wird dann etwas nass. So ist da ja in Deutschland. In Südafrika (die Südafrikaner übertreiben es ja gerne etwas mit den Freizeitpark-Attraktionen) fährt man, fährt man, dann fährt man ein bisschen von oben irgendwo runter und ... ist dann schon plitsch nass. Tja, keine Ahnung, wie die das machen. Dann fährt man ein bisschen weiter, und dann geht es suuuper steil bergab und dann ist man absolut plitsch nass. Und ich meine, alle Haare auf dem Kopf sind nass, der Popo ist nass, Hose, Oberteil sind nass und vor allem die Schuhe sind triefend nass. Ja. Blöd.
Danach haben sich Xin Rong und ich erstmal unter den Handtrocker im Klo gestellt, aber das half auch nur so mäßig. Also sind wir stattdessen danach mit all den schnellen Achterbahnen gefahren, und das hat gut funktioniert. Bevor wir wieder nach Hause gefahren sind, waren wir wieder trocken.
Wir sind wieder mit dem Zentrifugal-Ding gefahren. Das war ungefähr 4-mal so groß, hat sich bis zu 90 Grad aufgestellt, aber ist wenigstens tatsächlich erst langsamer geworden, als wir wieder senkrecht zur Erde auf unseren Füßen stehen konnten. Ich so, "das ist nicht sicher, das ist nicht sicher!" als sich das Ding senkrecht aufgestellt hatte. Wird das bei uns auch senkrecht? Soweit ich weiß, höchstens 45 Grad, oder? Aber das meine ich mit, dass die Südafrikaner sowas gerne bis zum Limit treiben.
Nadistein
Das andere ganz witzige ist dort die Schiffschaukel. Die ist ganz langsam, sodass man gar nicht das Gefühl hat, der Magen dreht sich um weil man am Ende fliegt. Stattdessen dreht sich die Schiffschaukel aber soweit in eine Richtung, bis man (wenn man nicht super fest festgeschnallt wäre) einfach aus dem Sitz fallen würde, weil man Kopfüber da hängt. Eigenartig.
Außerdem hat der Park Shops, ein 4-D Kino (wo wir aber nicht drinnen waren), einen Streichelzoo mit Pferden, Meerschweinchen, Emus, Ponys, Schildkröten, wo ich nicht weiß wie tierfreundlich das alles ist.
Aber hat wirklich viel Spaß gemacht dort und ist einen Besuch wert. Das einzige, was wir nicht gemacht haben (absichtlich) ist der Tower of Terror, wo man erstmal frei fällt, bevor man gleich weiter zu der Achterbahn geleitet wird. Gruselig.
Nach unserem Besuch in Gold Reef City sind wir noch kurz zum Gold Reef Casino gegangen. Interessant. Ein bisschen sind wir zwischen den Automaten und Spieltischen rumgeschlichen und haben Menschen beobachtet (als Soziologin und Psychologin kann man das mal gut machen). Selbst gespielt haben wir aber nicht, hätte ich auch weniger interessant gefunden.
Und dann sind wir nach Hause gefahren und haben ein ereignisreiches Wochenende in einem Restaurant namens Dros beendet, wo die die Kruste der Schnitzel so super kross machen, dass das schon zu kross ist. Ist aber mal ganz erfrischend, sonst ist hier vieles oft eher lapschig, BESONDERS die Pommes.

Ich hab euch ganz doll lieb und viele liebe Grüße!
Nadine

PS: Ihr seht, ich verbringe die meiste meiner Zeit mit Xin Rong. Morgen fährt sie für zwei Wochen zum Spaß nach Kapstadt und kommt dann erst in der Klausurenphase wieder. Ich weiß noch gar nicht, was ich mit der ganzen Freizeit ab morgen machen soll. Beziehungsweise, es fühlt sich so an, als sollte ich mir nochmal schnell neue Freunde suchen für die Zeit. Naja, so oder so muss ich sowieso mal anfangen mit lernen und darin viel Zeit investieren, denn die Endklausuren stehen bald vor der Tür.

Freitag, 2. November 2012

Kultur und kulturelle Differenzen

Hallo Freunde der Sonne,

Lesedi Cultural Village
am darauffolgenden Mittwoch (10.10.) hat uns David überraschend besucht. Tatsächlich stand er auf einmal vor der vergitterten Tür mit einem Security-Mann im Schlepptau. Ich saß (wie wirklich super oft, ich mag mein Zimmer nicht ganz so doll, wo ich die Wand anstarre, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, stattdessen sitze ich lieber...) am Esstisch in der offenen Küche. David: Oh, das ist sie, das ist sie! und deutete auf mich. Als ich David dann auch erkannte (erst total verwirrt), ist der Security-Mann dann wieder gegangen.
David war total niedlich. Er meinte, alle seine Nummern sind von seinem Handy gelöscht wurden, deswegen konnte er uns nicht kontaktieren, wegen des Autos. Stattdessen hat er auf unseren Anruf gewartet und ist ab und zu mal am Grundstück langgefahren um zu gucken, ob das Auto da noch steht. Und dann meinte er, ok, ok, hier sitzen bringt uns nicht weiter, wir müssen uns das Auto ankucken. Dann habe ich ihm den Teil des Motors gezeigt, der abgebrochen war und den ich aufheben werde. Er meinte: ok, dann müssen wir uns das Auto jetzt nicht mehr ankucken, Let's talk. Und dann meinte er, dass er uns einen neuen Motor für 8000 Rand besorgen kann, nicht 1600.
Am Ende haben wir das nicht gemacht. Aber das war dann der Zeitpunkt, wo ich persönlich tatsächlich mit der ganzen Sache Auto endlich wieder im Reinen war, weil ich wenigstens den Eindruck hatte, dass es noch eine andere Möglichkeit gibt, als zu verkaufen. Vorher hatte ich mich mit dem Rücken zur Wand gefühlt, und als ob ich uns in die Lage gebracht habe, dann hatten wir eine weitere Option und konnten eigenständig entscheiden, was wir machen wollten. Seitdem (bis zum heutigen Zeitpunkt) sucht David nach irgendeiner Lösung, an wen und wie wir das Auto verkaufen. Mal sehen.

Zulu Kleidung (links und Mitte); Unser Guide (rechts)
Freitag Nacht wurde ich dann geplättet, wie schon lange nicht mehr. Yui hatte mir für uns (Snow, Xin Rong und ich) Kekse (und Chips, aber die spielen keine Rolle) für unseren Ausflug zum Krüger Park gegeben. Irgendwie haben wir die Kekse (gekauft) nicht gegessen, und deshalb hatte ich an diesem Freitag die Idee, die Kekse einfach dem Haus zu geben, sprich: Auf den Tisch gestellt, dass sich jeder der leckeren Kekse bedienen darf. Das gab dann Ärger. Yui hatte jedem von uns einen Brief geschrieben, dass sie das doof findet, dass sie die Kekse im Haus gesehen hat, dass es ihr Leid tut, wenn sie die falschen gekauft hat und dass sie sehr wütend ist. Also habe ich zurück geschrieben, dass mir das Leid tut, dass sie das traurig und wütend gemacht hat, und dass das nicht meine Absicht war. Dann hat Yui zurück geschrieben, dass sie reden möchte und den Zettel habe ich dann erst nachts gefunden, weil ich vorher bei Xin Rong im Zimmer war. Also habe ich Yui im Flur getroffen und dann ging's los: "Warum habt ihr die Kekse nicht gegessen? Die Kekse waren für euch, nicht für das ganze Haus! Ich habe dir die Kekse gegeben und du hast die Bedeutung der Kekse trotzdem nicht verstanden, das ist wirklich traurig! Du musst dich auch mal in andere Kulturen hineinversetzten! Wir leben hier zu acht und alle kommen aus anderen Ländern, da kannst du nicht nur innerhalb deiner Kultur denken! Warum hast du mir einen Zettel geschrieben? Du musst über sowas reden! Ich bin so enttäuscht!"
Wo die Tänze waren - man beachte Band
Meine Güte. Also vielleicht bin das nur ich, aber ich hatte ernsthafte Probleme, das nachzuvollziehen. Vielleicht, wenn sie die Kekse selbst gebacken hätte, hätte ich das verstanden (das habe ich ihr dann auch gesagt, daraufhin meinte sie: tut mir Leid, dass ich die Kekse nicht selbst gebacken habe). Und dass sie wollte, dass wir eine gute Reise haben und das für uns gesorgt ist, habe ich auch verstanden! Ich war ja auch dankbar für die Kekse, das hatte ich ihr auch zuvor gesagt, aber was ich nicht wusste war wie wichtig es ist, die Kekse tatsächlich auch zu essen! Oder zumindest zu öffnen! Dann meinte ich: Also hätten wir die Kekse essen sollen? Sie meinte: Du musst selbst wissen, was richtig gewesen wäre! Naja, ich habe dann versucht die Kultur-Karte zu spielen und dass das in meiner Kultur kein Problem gewesen wäre (das denke ich zumindest, seitdem bin ich so unglaublich verwirrt, ob man das darf bei uns oder nicht). Daraufhin meinte sie, dass ich mich auch mal in andere Kulturen hineinversetzten soll. Aber wie soll das denn gehen? Entweder ich weiß, dass das in ihrer Kultur ein no-go ist, oder eben nicht. Das ganze Hineinversetzten hat in der Situation für mich überhaupt nicht funktioniert. Aber dadurch, dass sie das so gesagt hat, kam das bei mir so an, als ob sie mir auch noch vorwirft, dass ich das alles absichtlich gemacht hätte.
Sie meinte, sie hat einfach zu viel gemacht, und dass sie das in Zukunft nicht mehr machen wird.
Dann meinte sie, dass sie einfach nichts hätte sagen können, aber dann können wir keine wirklich guten Freunde werden und dass ich eigentlich nett bin.
Puh, das kann ich ja gar nicht. Erst die volle Feudel kriegen und dann alles vergessen, wie als wäre nichts gewesen oder was. Mittlerweile stand ich da in Tränen, weil ich mich für die absurdesten Dinge rechtfertigen musste (zum Beispiel, warum ich ihr einen Zettel zurück geschrieben hatte. Sie hatte mir doch erst einen Zettel geschrieben! Sie meinte: Weil ich nicht zuhause gewesen war. Ich meinte: Dann hättest du doch warten können, bis ich zu Hause war, ich würde den Zettel doch sowieso erst zuhause lesen. Hat sie nicht verstanden.) und ich gleichzeitig das Gefühl bekam, dass ich ein wirklich rücksichtsloser Mensch war, der sie absichtlich verletzt hatte. (Fußnote: Ist aber recht komisch, eine komplett ernste Diskussion zu führen, bzw. Streit zu haben, während man andauernd "cookies" sagt. Da verliert das ganze eigentlich an Ernsthaftigkeit, möchte man meinen, war aber nicht der Fall.) Zusätzlich wollte sie, dass ich mich in ihre Sicht und Kultur reinfühle, während sie mir ja aber keinen Schritt entgegen kommt! Ich kann verstehen, wenn sie das verletzt hat, dass sie mit mir dann darüber reden möchte, das ist ja gut, aber meine Sichtweise hat sie kein bisschen verstanden und ich sollte ihre Sichtweise komplett verstehen.
Ich beim Tanzen, aufgefordert von Mann zu meiner Linken
Am Ende meinte sie, alles abgehakt, Geschichte. Aber ernsthaft? Erst platt machen wie Flunder und dann alles abgehakt? Natürlich hat das einen Einfluss darauf, wie ich mit ihr in Zukunft umgehe. Bereits am nächsten Tag hat sie getan, als hätten wir nie ein Gespräch gehabt, aber ich bin seitdem um einiges vorsichtiger (heute, 3 Wochen später immer noch) mit dem was ich sage oder was ich tue. Außerdem bin ich ungern mit ihr allein, weil ich dann auch nicht mehr recht weiß, was richtig ist und was falsch und ich erzähle ihr Dinge, die mich bedrücken nicht mehr. (Exkurs: Ganz witzig: Ab und zu hat Yui mich gefragt: "Geht es dir gut? Wirklich? Ganz sicher? Du siehst wirklich, wirklich nicht gut aus!" Dabei war ich höchstens gestresst. Das fand ich nicht besonders toll, ist irgendwie nichts, was man bei uns so penetrant macht. Kulturdifferenz, ne?)
Über eine Woche später hat sie mir eine Cola mitgebracht, das war nett. Sofort habe ich die Cola getrunken und mich bedankt und bedankt.

Jap, so war das. Und das Auto und der Streit mit Yui und viel Stress mit Arbeiten und Klausuren waren dann die Hauptpunkte eines Zeitraums, der wirklich nicht so schön war und wo ich das, was ich in Deutschland zurück gelassen habe, besonders stark vermisst habe.

Am Samstag (nur ein paar Stunden nach dem Streit mit Yui) sind Snow, Lena, Xin Rong, Yui und ich zum Lesedi Cultural Village gefahren. Das ist ein Kulturdorf für Touristen. Wir wurden bereits mit kulturellen Gesängen begrüßt und haben dann erst einmal einen 15-minütigen Film über die Geschichte Südafrikas gekuckt. Danach haben wir uns exemplarische Nachbauten von Dörfern von 5 verschiedenen Kulturen Südafrikas (insgesamt gibt es 9 Hauptkulturen) angeschaut. Wir durften selbstgemachtes Bier probieren (hab ich aber nicht), ein selbstgemachtes Hafer-ähnliches Getränk (hab ich) und frittierte/ rohe (riesige) Käfer (hab ich nicht). So haben wir einiges über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Kulturen gelernt. Zum Beispiel, dass die Zulu eher ein kriegerischer Stamm sind und die Ndebele berühmt für ihre Kunst und die sehr bunten Häuser. Aber in allen Kulturen zahlt der Mann für die Frau eine Mitgift, bestehend aus Kühen (die Anzahl unterscheidet sich aber wiederum von Stamm zu Stamm). Und dann mussten wir Worte laut rufen um Einlass in manche der Dörfer zu bekommen, und dann haben sie laut geantwortet. Ganz cool. Lohnt sich auf jeden Fall, ein Besuch, macht einiges deutlicher.
Danach haben sie noch viele verschiedene Ausschnitte aus unterschiedlichen kulturellen Tänzen vorgeführt. Gumboot Dancing war auch dabei! (Erinnert mich daran, wenn ihr mal meinen "Trainer" sehen wollt, dann folgt mal diesem Link: http://www.youtube.com/watch?v=poxeApDNlGw  Er ist der mit blonden Haaren ganz rechts. Außerdem machen wir diese Schritte auch, zumindest die einfachen davon. Damit ihr mal einen Eindruck bekommt :) )
Krokodil (links) und Hühnchen (rechts) - glaub ich
Danach gab es noch ein Essen bestehend aus kulturellen Speisen. Einiges, was ich schon kannte (wie Pap), aber manches auch noch nicht! Zum Beispiel Cooked Sisters. Das sind einfach zwei Stangen ineinander gerollt, aus Zucker und dann frittiert. Oder Krokodil. Hab ich probiert! Schmeckt irgendwie nach Fisch, aber irgendwie auch nicht. Die anderen meinen wie Fisch nur fester in der Konsistenz, aber bei mir war nix fest. Vielleicht hatte ich einfach ein sehr lappschiges Stück. Lecker jetzt nicht so, aber ok. Und natürlich gab es Strauß, aber kannte ich auch schon. War aber sehr lecker, besonders das Schokoladenmousse. hihi.

Danach sind wir wieder zurück gefahren (übrigens mit einem Mietwagen). Ich sollte uns zurück geleiten, und habe uns etwas verfahren. So sind wir durch Fourways gekommen, eine wirklich schöne Stadt! Und wir sind am Monti Casino in Johannesburg vorbeigefahren, wo Xin Rong uns schon immer mal hinbringen wollte. Hat alles auch sein gutes. Und schlussendlich haben wir's gefunden.

Tja, so war das und so ist das manchmal, ne?

Viele liebe Grüße,
Eure Nadine

PS: Ich war (relativ spontan, hatte nur eine Probe) Teil eines Flashmobs an der Uni! Wenn ihr sehen wollt, wie ich rumdüse, dann folgt diesem Link: http://www.youtube.com/watch?v=j-nRUccjC10  Ich schieße irgendwann aus der rechten Ecke hervor mit weißem Oberteil, Hände wild auf Hüfthöhe fuchtelnd. Dann schaffe ich es irgendwann mich in der Menge zu verstecken ;) . War aber echt toll, dabei gewesen zu sein, und der tatsächlich Kern der Mannschaft hat eine Menge Arbeit investiert, denke ich.

Donnerstag, 1. November 2012

All Blacks vs. Springboks

Hallo meine Lieben,

am Samstag (6.10.) sind wir also wiedergekommen aus dem Krüger National Park. Mit vielen schönen Erinnerungen und einiges an neuem Tierwissen.
Viel Zeit hatten wir nicht bis zum nächsten Ausflug, bevor uns eines der Autos der singapurischen Botschaft abgeholt hat. Dann sind Snow, Xin Rong und ich erstmal zu dem Haus des Botschafters von Singapur in Südafrika gefahren. Dort haben wir uns mit Paul getroffen, er arbeitet für die Botschaft und kommt selbst auch aus Singapur (er ist in Kontakt mit Xin Rong) und dann kam auch noch die Tochter des Botschafters mit. Upps. Etwas underdressed war ich, würde ich mal sagen. Aber das hatte mir auch niemand vorher verraten (wisperte ich zu Xin Rong, und sie meinte, sie war nicht sicher ob die Tochter des Botschafters auch kommt). Na gut. Also haben wir uns dann alle in das Auto gequetscht (ohne Fahrer wäre mehr Platz gewesen, aber gut) und sind zum Stadium in Johannesburg gefahren. Genauer gesagt, zum Rugby-Stadium und, ihr werdet es kaum glauben: Wir haben All Blacks vs. Springboks (Neuseeland gegen Südafrika) gesehen, wie cool ist das denn? Das war so die einzige Sache, die ich wirklich, wirklich machen wollte, noch bevor ich nach Südafrika gekommen bin. Und dank Xin und Paul waren wir tatsächlich auf dem Weg zum Stadium... wie gefühlte 50 tausend andere Menschen auch. Bestimmt über zwei Stunden saßen wir gequetscht (nur ich und Snow waren gequetscht, die anderen natürlich nicht) im Auto, welches sich drängelnd durch die Straßen schob.
HAKA
So konnten wir das gesamte Gebiet um das Stadium in Johannesburg in aller Ruhe sehen, aber das führte auch dazu, dass ich fast das verpasst hätte, weswegen ich überhaupt hingehen wollte! Den HAKA. Die letzten Meter sind wir zu unseren Sitzplätzchen gerannt und haben leider beide Hymnen verpasst, aber wir waren noch rechtzeitig da für den Haka. Also: Haka in Neuseeland und Haka in Südafrika sind zwei unterschiedliche Erfahrungen wie Tag und Nacht. Neuseeland: Jeder singt mit oder ist ganz still, sodass man die Wörter tatsächlich verstehen kann. Südafrika: Alle rufen buuuh, buuuh!, sodass man kein einziges Wort versteht. Aber ich kann die Südafrikaner schon verstehen, immerhin ist der HAKA ein Kriegstanz, da wehrt man sich natürlich gegen den Kampftanz.
Also: ein bisschen arm, den Kampftanz ankucken in einem anderen Land, aber schon ok. Das Spiel an sich war dann ganz cool, aber hauptsächlich, weil es mich an meine Zeit in Neuseeland erinnert hat und weil so ein Teil von Neuseeland in Südafrika war.
All Blacks haben gewonnen! Da durfte man sich aber nicht zu laut drüber freuen (das Stadium war unglaublich grün, weil wirklich fast jeder ein grünes (Farbe der Springboks) T-Shirt an hatte). In der Nähe von Snow saß ein Mann, der lauthals für die All Blacks war und die dollen Springbok-Fans haben wohl Becher auf ihn geworfen mit und ohne Bier. Also habe ich ganz leise gejubelt, während ich neben der Tochter des Botschafters von Singapur in Südafrika (da komme ich noch nicht drüber weg) saß.
Ich beim Rugby-Spiel
Als das Spiel zuende war, sind wir wieder zurück gegangen, wo das Auto schon wartete (das ist dann echt praktisch, wenn man einen Fahrer hat). Der Fahrer hat uns zurück zu dem Haus des Botschafters gebracht, um die Tochter abzusetzen. Dann hat die Frau des Botschafters die Tür aufgemacht und uns herein gebeten! oh oh oh. Sagt man da nein dazu? War ja schon spät. Oder ist das dann unhöflich? Wir sind dann kurz reingegangen und konnten so einen Blick auf das beträchtliche Innere des Hauses werfen. Alles irgendwie gelb-golden, mit Empore und breiter einladener Treppe. Wir haben uns dann an den riesigen Esstisch gesetzt, der alleine schon super teuer aussah, mit ganz besonderem Holz und so wertvoll lackiert, wisst ihr was ich meine? Uns wurden dann Getränke angeboten (wir haben mal ein Glas Wasser genommen) und dann haben wir mehr oder weniger ein bisschen gesmalltalked. Der Botschafter kam dann auch noch dazu, sah aus wie in seinem Schlafi, aber ich glaub nicht. hihi. Auf jeden Fall sehr freundliche Leute. Weil sie nichts zum Essen im Haus hatten, musste/sollte uns Paul dann noch mitnehmen zu einem Restaurant. Nett, oder?
Das Restaurant war ein sehr leckeres italienisches und ich hatte Nudeln mit Pesto. Seit langer Zeit mal wieder (esse ich sonst oft zuhauf), das war lecker. Danach hat uns Paul nach Hause gefahren und ein aufregender Tag war zu Ende.

Viele liebste Grüße,
Nadine

PS: Es hat mich nur 4 Wochen gekostet, bis ich nicht mehr jeden Tag an mein Smartphone gedacht habe, was ich damit alles machen kann und wie sehr ich es vermisse. Aber Milva, dich vermisse ich immer noch wie am ersten Tag. :) Überhaupt vermisse ich gerade sehr viel in Deutschland. Die anderen hier machen sich schon emotional bereit dafür, wieder nach Hause zu gehen und schwärmen deshalb davon und ich bin (als einzige) hier noch so lange. Ich bin auch bereit, nach Hause zu gehen! So anstrengend, alles wieder neu rauszufinden und aufzubauen in Pietermaritzburg.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Krüger National Park

Hallo an euch,

ich schon wieder. Ich habe mir überlegt, wenn ich die Sachen jetzt nicht aufschreibe, dann nie, denn bald kommen die Klausuren und dann gibt es fürs Blog schreiben erst mal keine Zeitfenster mehr.
Elefanten haben immer Vorrecht :)
Vogel
Insgesamt waren wir 3 Nächte im Krüger National Park. Am Dienstag Mittag sind wir also gegen 13.30 Uhr am west-nördlichstem Teil des südlichen Zipfels angekommen und mussten dann erst einchecken. Die Rangerin (ich glaube, sie ist eine) hat dann schnell rausgefunden, dass unsere erste Unterkunft 186 km von diesem Tor entfernt ist und alle Unterkünfte schließen die Tore um 18.00 Uhr, danach muss man dann Strafe zahlen für's Zuspätkommen. Also meinte sie: "Ok, ich lasse euch jetzt rein, aber ihr dürft nicht anhalten! (Das stimmt: Wenn man das mal schnell rechnet, hatten wir 4 Stunden für 186 km, sodass wir einfach mit 50 km/h durch den Park düsen hätten können, und dann wären wir rechtzeitig gewesen, aber es sollte alles anders kommen...) Wenn ihr einen Löwen seht oder einen Geparden, dann haltet ihr nicht an, sondern ihr fahrt einfach weiter! Ok? Nur so kann ich euch jetzt noch reinlassen! Müsst ihr auf Klo? Dann geht jetzt schnell, ihr habt keine Zeit mehr!" Also sind wir nochmal schnell auf Klo gegangen, haben dann noch ein Heft ersteigert (auf deutsch, weil sie englisch nicht mehr hatten), mit den Routen durch den Park und den häufigsten Tierarten und dann sind wir losgedüst! Mit 50 km/h, biiiiiiis wir den ersten Elefanten gesehen haben! Stoooop! Wow, das war toll. Keine 8 Minuten, nachdem wir losgefahren waren haben wir schon den ersten Elefanten gesehen, ungefähr 30 m von der Straße entfernt. Wir haben gekuckt, gekuckt, gekuckt und sind dann weiter gefahren. Stooop! Noch ein Elefant aber dieses Mal viel dichter an der Straße! Wow, die sind so cool. Ganz majestätisch schwenken sie ihre Rüssel und wanken langsam durch das Gestrüpp. Ein bisschen länger haben wir uns diesen Elefanten angekuckt, der war ja schließlich auch dichter an der Straße.
Alte Giraffe (siehe dunkle Flecken)
Xin Rong übt schon mal
Ja, ich weiß, eigentlich dürften wir gar nicht halten (straffer Zeitplan), aber natürlich halten wir für einen Elefanten, der so dicht ist. Und natürlich halten wir für eine Elefanten Herde, bestehend aus mehreren Elefanten und natürlich natürlich halten wir für einen Baby-Elefanten, der nur einen Meter hoch ist aber schon so langsam und genüsslich ist wie seine Mama. Ja, ihr seht es schon kommen. Ein bisschen viel Zeit kostet sowas natürlich. Also haben wir nach jedem längeren Stopp neu berechnet, wie schnell ich jetzt noch (ohne weitere Stopps) fahren muss. Das waren nach den ersten Elefanten dann 55 km/h. Das geht ja noch. Wow!! Eine Giraffe! Die essen voll komisch! (60 km/h) Wow, das ist ja unglaublich, ein Nashorn! Da ist noch eines!! (63 km/h) (Der Krüger Park hat viele Probleme mit Leuten, die illegal im Park sind und dann die Nashörner wegen den Hörnern töten. Schon 400 Nashörner sind geschätzt dadurch gestorben.) Wie cool, Baboons (= Affen)! Die sind so niedlich zum ankucken. Zwei kleine Kinder-Baboons haben auf der Straße tollend miteinander gespielt, die älteren haben zugekuckt. Super niedlich (65 km/h). Aber immerhin haben wir nach einer Weile (30 min) nicht mehr für die eine Antilopen  Sorte gehalten, die es im Krüger Park tatsächlich zuhauf gibt (Impala).
Ich und mini-Elefanten
Aufmerksame Affen-Familie
Stattdessen haben wir aber für Zebras gehalten! Die sind viel winziger als man (= ich) immer denkt. Ganz putzig, wie Ponis, aber mit Streifen. hihi. (68 km/h) Und dann war das echt total cool, wir haben zwei Elefanten gesehen, die in einiger Entfernung zu einem Wasserloch gelaufen sind und dann planschend darin gespielt haben. Neben dem Wasserloch war ein bisschen SteppengrasLandschaft und dann daneben stand eine ziemlich große Herde (vielleicht 25 Tiere) an Zebras, die haben alle in die gleiche Richtung (Elefanten) gekuckt. Komisch. Und dann kam auf einmal ein Löwe! Aus der selben Richtung wie die Elefanten zu dem Wasserloch um zu trinken. Die Elefanten haben sich am Löwen nicht weiter gestört und der Löwe nicht an den Elefanten, aber die Zebras waren hell wach. Als der Löwe fertig war mit trinken (einmal war ganz niedlich, da ist ganz dicht ein Vogel an ihm vorbeigeflogen und der Löwe hat ganz schnell aufgeguckt, wie häää?), ist er in das Steppengras gegangen, auf die Zebras zu. Wir hatten von unserem Auto aus einen tollen Blick, weil das Wasserloch, das Steppengras und die Herde Zebras parallel zur Straße verliefen, aber (besonders weil die Zebras so winzig sind) ich verstehe gar nicht, wie die Zebras sehen konnten, dass der Löwe nun kommt, da war ja Steppengras im Weg. Irgendwie haben die Instinkte wohl entsprechende Signale gegeben, den ein Großteil der Herde machte sich kleinschrittig aber zügig auf den Weg in dichteres Geflecht der Bäume. Ungefähr 8 Zebras blieben aber erst zurück und betrachteten mit voller Aufmerksamkeit das Gras (wir konnten den Löwen mittlerweile nicht mehr sehen). Das war spannend wie ein Thriller! Lauft, lauft, kleine Zebras! Sonst frisst euch der Löwe!! Aber nichts der gleichen geschah und nach einer Weile waren alle Zebras im Wald verschwunden (wenn auch gar nicht so weit weg, eigenartig). Und wir mussten weiterfahren, wurde ja immer später (75 km/h).
Zebra
Der Löwe
Abgesehen haben wir an diesem Tag noch viele viele und riesige Herden von Büffeln gesehen, sodass wir dann schon 4 der Big 5 hatten (Elefant, Büffel, Nashorn und Löwe). Außerdem haben wir einige weitere Arten von Antilopen gesehen und viele verschiedene Vogelarten. Ein paar der Vögel sind so langsam von der Straße gegangen, bzw. so dicht vor dem Auto langgeflogen, dass ich schon Angst hatte, die kleben jetzt da vorne an der Stoßstange, und dafür muss man garantiert auch noch mal Strafe zahlen.
Also, ihr könnt euch vorstellen, wir bretterten gegen die Zeit, bis wir (mit 70 km/h) um eine Ecke schossen und von der Polizei (die gibt es auch im Krüger, es gibt dort ja eindeutig auch Verkehrsraudis)  angehalten wurden. Sah ganz witzig aus, wie sie fast freudig hinterm Busch herausschossen. Auf diese Situation hatte mich die Fernsehserie "Schneller als die Polizei erlaubt" schon gut vorbereitet. Der eine Polizist hatte eine Waffe (riesiges Gewähr, man könnte jetzt sagen, wegen den Tieren, aber diese Gewähre tragen die Polizisten auch in der Stadt, gruselig) und der andere hat gesprochen (war auch bei dem Aussichtspunkt so, witzig). Er: Weißt du warum ich dich angehalten habe? Ich: Ähhh. Er: Weil du mit 70km/h gefahren bist. Ich: oh, ok. Er: Kann ich deinen Führerschein sehen? Ich: Der ist im Kofferraum. Er: Na gut, dann hole ihn schnell, mein Kollege beschützt dich so lange vor wilden Tieren (ich denke, das war ein Scherz, ich war aber gerade nicht so spaßig drauf). Also habe ich ihm den Führerschein gegeben. Er hat sich irgendwas notiert, und gesagt, dass das jetzt 750 Rand (=75 Euro) kostet. Ich: oh, ok. (So ist das ja in Deutschland! Man macht was falsch, Polizei kommt, und nach strikten und gerechten Regeln bekommt man eine Strafe. Nicht so in Südafrika. Er: Oder ich lasse euch jetzt schnell fahren, weil ihr seid ja schon spät dran, wieviel könnt ihr denn bezahlen? (= Korruption) Ich: äh, äh, äh, 500 Rand? (Keine Ahnung, wie das läuft. Oder sagt man als guter Bürger dann ein? Also das ganze Konzept der Korruption ist mir noch nicht klar.
Also haben wir dann 500 Rand bezahlt, und sind (hinter der nächsten Ecke) mit 70 km/h weitergedüst, aber natürlich hat uns die Konversation mit der Polizei kostbare Minuten gekostet. 15 Minuten waren wir zu spät. Das Tor war bereits zu, aber der Wächter kam und hat gefragt, wieso wir zu spät seien. Ich: Distanz unterschätzt? Und dann hat er uns ohne eine Geldstrafe reingelassen. Also sind wir 4 Stunden durch den Krüger gedüst, haben für jedes Tier gestoppt (wenn auch nur kurz), dass wir wollten und haben den Sonnenuntergang außerhalb des Camps sehen können, und das alles nur für 50 Euro. Haben wir uns gedacht: Das Preis-Leistungsverhältnis ist ok.
Die erste Nacht waren wir im Camp Olifants. Das schönste unter denen, wo wir waren. Abends haben wir ekelige Nudeln gekocht (irgendwie waren die komisch). Die Küchen waren in allen Camps draußen. Ich (totale Angst vor Malaria-Mücken) habe mich überall eingeschmiert, Kopftuch, alles langärmelig, aber habe mich immerhin nach draußen getraut. Wir haben sowas gegen Mücken angezündet, ich hatte so was, das man in die Steckdose steckt und dann kommt Zitronella raus und ich hatte Zitronella Aufkleber für die Kleidung. Und trotzdem hat mich irgendwas gestochen, aber ich bin nicht so panisch geworden wie ich gedacht hatte, dass ich panisch werde. Waren auch nur mini-Stiche, meine Mücken Stiche werden ja in der Regel gigantisch.
Büffel und Büffel-Babys
Baby-Elefant mit Familie
Um ca. kurz vor 5.00 bin ich aufgewacht und habe mal kräftig nachgecremt. Dann hat Snobs Wecker geklingelt, welchen sie sich für den Sonnenaufgang gestellt hatte. Snow und Xin Rong sind beide aufgewacht, haben die Augen aufgemacht, den Sonnenaufgang gesehen (den man vom Bett aus sehen konnte, weil wir auf einem Berg waren mit Blick Richtung Osten) und haben weitergeschlafen. Ich hingegen (hellwach) habe mich mit einer Decke (gegen die Mücken, war gar nicht besonders kalt) auf die Veranda gesetzt und für 15 min den Sonnenaufgang bewundert. Danach bin ich selbst wieder ins Bett geschlüpft.
Morgens (Mittwoch), haben wir gefrühstückt mit tollem Blick auf weit entfernte Hippopopomus, die sich in der Sonne aufgewärmt haben und rumlagen wie riesige, aber sehr runde Steine. Dann sind wir weiter gefahren, nach Mopani. Mopani ist nur ca. 100 km von Olifants entfernt und wir sind sehr viel früher losgefahren als am Tag zuvor und haben uns deshalb viel Zeit gelassen. Wir sind auch mal die kleinen Schotterpisten gefahren, abseits der Teerstraße. Das Problem ist, je weiter nördlich man im Krüger kommt, desto weniger Tiere sieht man. Interessant ist jedoch, wie oft sich die Umwelt ändert. Ich habe gezählt, wir haben insgesamt 9 verschiedene Vegetationszonen durchfahren und das merkt man. Da sieht ein Teil ganz anders aus als der nächste. Mehr Bäume, mehr grau, mehr grün, mehr Gras mehr flach, mehr hügelig, mehr flüssig... ganz unterschiedlich. Also haben wir auf dem Weg nach Mopani eine Giraffe gesehen, ein paar Elefanten, riesige Herden von Büffeln, und viele Impalas und andere Antilopen, für welche wir am Mittwoch ausgiebig angehalten haben.
Trotz all der Zeit, die wir hatten, waren wir am Ende dennoch 3 Minuten zu spät im Camp. Na toll. Der nette Ranger hat uns aber einfach durchgelassen.
Hippopopomus
Impala bei der Ohrwäsche
Spielender Elefant
Am Abend haben wir eine Nacht-Fahrt mit einem Ranger und einem richtigen Safari-Jeep gemacht. Auf der Suche nach Löwen und Geparden haben wir das ganze Gebiet (auf den Straßen) durchforstet, hatten aber in Bezug auf die Großkatzen kein Glück. Stattdessen haben wir Impalas gesehen (wer hätte das gedacht?), Chamäleons (eines davon durfte Snow anfassen, wie cool ist das denn), kleine Kaninchen, die keine Kaninchen sind, weil die Ohren zu lang sind und sie in Büschen leben und auch anders laufen, einen Elefanten und zwei Hippopopomus (ein Baby (aber schon riesig) und seine Mama, die waren direkt neben der Straße, sodass man die Kratzer auf der rauen Haut sehen konnte. Die Mama hatte neben vielen kleinen Kratzern auch einen riesigen blutigen Kratzer, das sah arm aus, aber so als ob es schon wieder fast verheilt ist. Hippopopomus sehen aus wie als bestünden sie aus riesigen, grauen Kugeln, die aneinander gereiht sind und dann ein kugelieges Wesen ergeben. Sind aber auch sehr gefährliche Tiere. Haben schon viele Menschen getötet, zum Spaß, oder weil der Mensch zwischen ihnen und dem Fluss war. Hippopopomus wandern weite Strecken am Tag vom Fluss weg, auf der Suche nach Gras (nur das essen sie, keine Fische) und dann wieder zurück.
Ich und ein midi-Elefant
Baobab (Affen) Baum
Am nächsten Tag (Donnerstag) hieß unser Ziel Camp Shingwedzi. Aber zuerst wollten wir die Löwen selbst finden und sind deshalb die selbe Route gefahren, wie der Ranger letzte Nacht. Aber wir hatten kein Glück. Wir haben viele Büffel getroffen. Um zwei Ecken rum und wir standen in einer riesigen Herde. Gruselig. Dann kucken die einen ganz gruselig an. Rückwärts fahren ging nicht, da ging es steil bergab, das hätte ich rückwärts nicht geschafft, also bin ich vornedurch, langsam aber zügig. Gruslig... Aber die Babys sind auch total niedlich. Dann sind wir lange, lange gefahren und haben fast keine Tiere mehr gesehen. Die Umgebung war einfach nur struppig und grau. Ab und zu ein Impala, für welches wir an diesem Tag angehalten haben und uns sogar wirklich darüber gefreut haben! Und wir haben einen Elefanten gesehen, der gerade dabei war die obere Hälfte eines Baumes abzuknicken. (Das machen Elefanten anscheinend gerne, deshalb kann man an den Bäumen immer gut sehen, ob da schon mal ein Elefant war.) Wenn es keine Tiere gibt, dann muss man auch lange nicht so oft halten, deswegen waren wir ziemlich pünktlich im Camp für unsere Sonnenuntergangs-Fahrt. Das war noch ziemlich super heiß, aber ich trotzdem in langer Hose, geschlossene Schuhe, Socken über Hose, Fließjacke, denn: Sonnenuntergangs-Zeit ist Mücken-Zeit! Mittlerweile hatte ich mir einen schönen Sonnenbrand auf dem Gesicht eingefangen, da ich keine Sonnencreme benutzt habe (vielleicht funktioniert die Mücken-creme dann schlechter?) und deswegen hat das immer ziemlich doll gebrannt, als ich die Mücken-Creme draufgeschmiert habe. Aua. Die Sonnenuntergangs-Fahrt war schön. Wir haben eine riesige Eule gesehen, und viele Sorten von Geiern, die nebeneinander auf einem Ast saßen und alle auf etwas am Boden starrten. Wahrscheinlich war dort gerade ein Raubtier damit beschäftigt seine Beute aufzuessen und die Geier haben gewartet wie die Geier. Spannend! Die Interaktion der Spezien zu beobachten. Außerdem haben wir Büffel gesehen, Giraffen und Elefanten und eine Hyäne. Die sind ja immer nicht so hübsch, aber dann doch cool, wenn man eine sieht.
Sonnenbrand bei der Sonnenuntergangs-Fahrt
Abends gab es Kartoffeln mit Mayonnaise.
Am nächsten Morgen sind wir das restliche Stück nördlich gefahren. Xin Rong ist gefahren, weil im Park fahren ist wirklich langweilig, es gibt nur eine Regel (50km/h) und besonders im Norden wirklich wenige Autos. So konnte ich mehr Tiere suchen und schlafen. hihi. Im Norden haben wir dann noch Warzenschweine gesehen, das war auch cool. Und noch ein paar Affen. Ganz ganz im Norden wird es dann wieder grüner, aber viel mehr Tiere gab es da auch nicht.
Xin Rong ist an diesem Tag sieben Stunden im Park gefahren. Wow. Und ich dann nochmal 4 Stunden außerhalb des Parks (ganz im Norden ca. 20 km entfernt von Simbabwe) zu unserer nächsten Unterkunft. Traumhaft schöne Landschaft da oben, aber auch viele sehr arme Menschen. Ein bisschen gruselig war, dass wir fast kein Benzin mehr hatten und die Gegend gerade einen Benzin-Mangel hatte. Ich dachte nur: Ich will hier nicht liegenbleiben! Aber wir hatten Glück und haben eine Tankstelle noch rechtzeitig gefunden. Gegen 20.00 Uhr sind wir bei der Unterkunft angekommen, haben dann noch was gegessen, Fernsehen gekuckt (das ist man ja auch nicht mehr gewöhnt, wenn man einfach null Fernsehen kuckt und vorher 1000 Fernsehen kuckt) und haben dann geschlafen. Am Morgen sind wir gegen 08.00 mit einem Frühstückspaket im Gepäck losgefahren, Richtung Pretoria. Pretoria haben wir dann mittags entspannt erreicht. Und dann hatten wir gerade genug Zeit uns für das Spiel bereit zu machen, aber das ist eine andere Geschichte.

Viele liebe Grüße,
Nadine

Panorama Route im Nordosten von Südafrika

Hallöchen ihr da draußen,

Anfang Oktober hatten wir eine Woche Spring Break, also Ferien. Snow, Xin Rong und ich sind mit dem gemieteten Auto (siehe letzen Blog-Eintrag) Richtung Nord-Osten gefahren, zum Krüger National Park. (Wusstet ihr, dass der Krüger National Park in Südafrika liegt, aber eine gemeinsame Grenze mit Zimbabwe und Mozambique hat?) Das ist ja Malaria-Gebiet, dass sagen dir hier, aber besonders in Deutschland alle Ärzte. Spricht man hingegen mit Einheimischen, sagen die, Malaria? Im Krüger? Hab ich noch nie gehört. Was macht man da dann als ängstlicher Tourist?
Unsere Hütte der Thokazini Lodge
Ich war tatsächlich hin und her gerissen zwischen Malaria Tabletten einfach mal prophylaktisch schlucken und dann aber den enormen Nebenwirkungen ausgesetzt zu sein, welche die Tablette oft mal haben können. Ist ja dann auch blöd, wenn man schon im Krüger ist und sich dann die ganze Zeit schlecht fühlt, oder?
Am Ende habe ich Malaria-Tabletten gekauft, aber nicht genommen.
Bevor wir tatsächlich in den Krüger Park hineingefahren sind, waren wir erst drei Nächte außerhalb. Zwei Nächte davon in der Thokazini Lodge in der Nähe von White River (eine Klein-Stadt). Die Lodge wurde vor fast 3 Jahren von zwei Deutschen aufgebaut und ist wunderhübsch. Wirklich interessant, auch mal mit Deutschen zu reden, die den Schritt nach Südafrika für immer gegangen sind, und sich was wirklich schönes aufgebaut haben. Kleine Hütten, riesiger Garten und Grundtstück und alles sehr schön und dazu noch sehr preiswert.
Ich und der Hufeisen-Wasserfall
Am nächsten Morgen (Sonntag) sind wir mit dem Auto die Panorama Route langgefahren. Herrlich schön. Ganz hügelig, grün, waldig, feldrig, kurvig und bergig. Besonders weit sind wir erstmal nicht gekommen. Mittags, nach vielleicht einer Stunde Fahrt haben wir schon Halt gemacht in Sabie, eine schöne kleine Stadt, die glaube ich mal eine Minenstadt war. Liegt hügelig bergig und hat viele Häuser, die recht niedlich sind. Danach sind wir weiter gefahren, sandige, staubige Straßen lang, um den Horse-schoe-Wasserfall zu sehen. Nicht riesig oder so, aber ganz schön. Und ich bin über die Steine, zur anderen Seite geklettert, das war toll. Eine Weile saßen wir da und haben einfach dem Wasser beim Fallen zugeschaut. Da gibt es einige Wasserfälle in der Gegend. Dann sind wir das kurze Stückchen durch den Wald wieder zurück zum Wagen gegangen, vorbei an einer Böschung aufwärts. Xin Rong meinte, ob man da nicht hoch kann, und schon bin ich losgekrakselt.
Schnell war ich schon halb oben (bin ja auch schon Berge in München geklettert, ne?), und habe gefragt, ob sie auch kommt, sie meinte ist zu gefährlich. Ich bin weiter hoch geklettert, bis ich ganz oben an der Steinkante zum Felsen war. Dann ist Xin Rong doch nachgekommen und mit etwas Hilfe hat sie es hoch geschafft. Wie jetzt wieder runter? Und dann ist was wirklich niedliches passiert: Ein Hund (fremd) war auf einmal bei uns. Ich dachte: Super, dann können wir ihm Folgen, Hunde haben ja so Instinkte, wo man am besten laufen kann. Ich also: Lauf, lauf, wo geht's lang? Lauf, lauf? Und so niedlich, der Hund hat sich einfach hingesetzt und uns angekuckt. Dann sind wir ein Stück gegangen, er uns ganz dicht gefolgt, aber nie vorne weg. Immer geduldig gewartet und gekuckt wo wir lang gehen. Süß. Zu dritt haben wir es dann sicher hinunter geschafft.
Ich und der Felsbrocken
Danach sind wir mit dem Auto weiter die Panorama Route entlang gefahren, zu einem Touristen Punkt, wo man an eine Klippe fährt, weil man irgendwie auf einem Berg ist, dann macht die Klippe einen Halbkreis und und der Mitte des Halbkreises gibt es einen riesigen Felsbrocken. Jap, cool. Friedlich plätschert auch hier ein Wasserfall rum. Wir haben uns eine Weile den Felsbrocken mit Panorama Blick im Hintergrund angeschaut, und sind dann an der Klippe entlang auf die andere Seite gegangen. Eine Weile saß ich (auf einem Stein) in der Mitte von dem Fluss, der dann zum Wasserfall wird. Da habe ich mich ganz esoterisch für kurze Zeit als Teil vom Wasserfall und somit der Welt gefühlt. Schönes Gefühl. Dann sind wir auf die andere Seite gegangen, immer genug Abstand zur Klippe, aber ein bisschen musste man über die Steine schon klettern. Und dann habe ich mich auf einen Stein gesetzt, und einfach den unglaublich schönen Blick genossen, eine Weile mit ganz viel Frieden im Herzen.
Friedvoll
Danach sind wir zu God's Window gefahren, das ist man auf einem Berg, es geht (hinter einer Absperrung) steil bergab und man schaut auf unglaublich plattes Land. Mir kam die Plattform eher künstlich vor, wie kann man so hoch sein und dann ist das so platt?, aber das war ein wirklicher Berg! Bis man ganz oben ist, muss man einiges an Stufen und Höhenmetern zurück legen, aber es lohnt sich.
Auf dem Weg zum nächsten Aussichtspunkt haben wir eine Gruppe Baboons (Affen), die Straße überqueren sehen, teilweise mit Babys auf dem Rücken, das war super süß.
Ich - ein Teil des Wasserfalles
Dann hat uns die Route vorbei am River Blyde Canyon geführt. Ganz cool, ein roter (vielleicht besonders rot, weil die Sonne bereits unterging) Canyon. Ich bin gefahren, gefahren, gefahren, bis wir bei einem weiteren Touri-Ort waren, Namen habe ich gerade vergessen. Das war aber leider schon zu. Davor saßen zwei Wächter und meinten, wieviel bekommen wir, wenn ihr noch kurz rein dürft? Jap, richtig: Korruption. So ist das hier. Also sind wir reingehuscht, und haben auf dem Weg nach draußen etwas Geld gegeben. Hat sich gelohnt! Getunkt in den Sonnenuntergang, sind das drei komisch geformte Berge, die echt niedlich aussehen (siehe Bild).
God's Window
Dann sind wir wieder nach Hause gefahren (bestimmt nochmal über zwei Stunden). An dem Tag bin ich garantiert 6 Stunden Auto gefahren, meine Güte war ich geschlaucht. Ich hab im Auto gesungen (Radio hatte keinen Empfang) und überhaupt war ich erstaunlich gut drauf. Gleichzeitig fand ich Autofahren aber auf einmal so unglaublich langweilig. War aber nicht mehr viel los auf den Straßen, und ich habe alle heil nach Hause gebracht, auch wenn das vielleicht an dem Tag ein bisschen viel Auto war.

Der Zug
Am nächsten Tag haben wir in der Lodge ausgecheckt und sind dann zu einem Ort gefahren, wo man so coole Sachen machen kann wie Wild Water Rafting. Also Kajak fahren auf einem Fluss mit mini Wasserfällen ab und zu. Ich dachte ja, man sitzt mit 20 anderen Leute in einem riesen Boot (so wie in Neuseeland, wisst ihr noch?), stattdessen waren das Kajaks mit Platz für zwei Personen. Uns wurde erklärt was wir machen sollten, falls wir umkippen und das es sowohl Hippos als auch Krokodile in dem Fluss gibt. Oh oh. Vielleicht hat er deshalb manchmal mit dem Paddel auf das Wasser geschlagen, um die Krokodile zu vertreiben. Bei Xin Rong und mir lief aber alles ganz gut (manchmal sind wir auf einem Felsen oder Sand gestrandet, konnten uns aber immer wieder befreien. Umgekippt sind wir auch nicht, deswegen waren wir nur so halb nass und sehr stolz darüber. Aber dann sollten wir auf einmal die Kajaks verlassen und tatsächlich einfach so (mit Helm und Schwimmweste) in den Fluss springen und uns durch die Strömungen über die Felsen vielleicht 20 Meter runter treiben lassen. Meine Güte, das ist doch nicht sicher! Habe ich aber trotzdem gemacht. Ab und zu mal mit dem Kopf unter Wasser, aber tat im ganzen nicht so doll weh wie befürchtet. Klitsch nass sind wir dann ein bisschen weiter gepaddelt und wurden dann dort von Minibussen abgeholt und zurück gebracht.
Die drei... (weiß nicht mehr wie die heißen)

Danach sind wir nach Graskop gefahren, eine Stadt, ebenfalls in der Gegend um White River und Sabie. Dort haben wir in einem heimelichen Restaurant zu Abend gegessen und haben dann schnell die Unterkunft für die kommende Nacht gefunden. Ziemlich witzig, hatten wir uns zuvor entschieden, für wenig Geld in einem original alten Zug Abteil zu schlafen. Danach waren wir uns einig, dass es ein bisschen mehr Geld für ordentliche Betten wert gewesen wäre, aber gut. Das Stück Zug war in Abteile unterteilt, jedes mit 4 Mini-Betten, so wie man sich das jetzt vorstellt. Problem: In der Nacht wurde das irgendwie total kalt und die Betten waren schräg. Das ist vielleicht blöd, auf schrägen (links-rechts schräg) Betten zu schlafen. Und hart und unbequem, aber das war ja abzusehen. Die Erfahrung war ganz schön, aber wir waren alle froh, dass wir dort nur eine Nacht waren.

Am nächsten Morgen sind wir Lebensmittel für den Krüger National Park einkaufen gegangen und haben dann um ca. 14.00 Uhr Eintritt in den Park gewährt bekommen.

Und was für coole Tiere wir dort gesehen haben, und wieso ich mit 80 Sachen durch den Park geheizt bin, obwohl nur 50 km/h erlaubt sind, das erzähle ich euch ein anderes Mal.

Liebe Grüße,
Nadine

Feuerprobe für den Carmy

Hallo meine Lieben,

na, da habe ich mich jetzt aber lange nicht mehr gemeldet bei euch. Jetzt weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll, denn es ist viel passiert! Vielleicht hier:

Grabrede für unseren Toyota Carmy:
Stürmisch in Durban
Toyota Carmy. Du hast nicht besonders lang gehalten (2 Wochen), und in der Zeit, die wir mit dir verbracht haben, haben wir dir neue Bremsen und Stoßdämpfer geschenkt, für viel Geld, und sind sowieso nur rumgefahren, um für dich noch Sachen zu besorgen, und dann hast du uns schon so früh verlassen. Ich habe mich schon gefreut auf die Zeit, wenn wir einfach durch die Stadt curisen oder fahren können, wo immer wir hin wollen, aber die Zeit kam leider nie. Und trotzdem muss ich sagen, niemand ist verletzt, und du hast deinen Geist erst direkt vor Pretoria aufgegeben, da hatten wir eine Menge Glück. Also trotz allem bin ich dankbar, dass niemand verletzt wurde, und wir heil wieder angekommen sind.

Jap, es stimmt, ich habe 2 Wochen gebraucht und nun ist der Carmy unfahrbar. Also, folgende Geschichte: Am vorletzten Wochenende im September sind Snow, Xin Rong, Yui und ich nach Durban gefahren, denn wir hatten ein verlängertes Wochenende! Also haben wir uns am Samstag Morgen um 4.00 Uhr in den Carmy gesetzt und sind Richtung Süden losgedüst. Wirklich süß, der Carmy hat wirklich gekämpft um so schnell zu fahren, wie die anderen Autos. Aber riesig ist der Carmy! Alle hatten so viel Platz! Hinten vorne, also haben Snow und Yui geschlafen und ich habe mit Xin Rong als Beifahrerin das Gefährt durch die Nacht und den Morgengrauen gefahren. Über drei Stunden, das war bis dato neuer Rekord für mich! (Möchte erinnern, ich bin noch Führerschein-Früschling :) ).
Ich -noch- stolz wie Oskar
Ungefähr am Mittag sind wir dann in Durban angekommen, haben in der Innenstadt das Auto geparkt und sind dann ein bisschen rumgelaufen. In ein chinesisches Einkaufszentrum, das anscheinend ganz authentisch war, haben mir meine Begleiterinnen verraten. Danach wussten wir auch nicht wo wir hingehen sollten, und überhaupt sind südafrikanische Großstädte oft etwas gruselig, also haben wir uns in den Carmy gesetzt und sind wieder weiter gefahren. Plötzlich fing es an zu schütten wie aus Eimern. Wenn es hier mal regnet, dann gibt es immer gleich ein riesiges Gewitter (frage mich wieso das so ist?) und das war gruselig! Wir haben versucht die Waterfront zu finden, und sind im Hafen für die Schwertanker gelandet. Mit riesigen Trucks (die sind dann noch riesiger als der Carmy) die da auch rumfahren. Ganz witzig, da waren bestimmt nur wenige Touris zuvor. Wir sind gefahren, gefahren, gefahren und plötzlich waren wir wieder auf einem Highway irgendwo hin! Das passiert uns ja öfter ;).

Danach sind wir zu unserer Unterkunft gefahren. Das sollte ca. 120 Euro für zwei Nächte für 4 Personen inklusive Frühstück kosten. Billig, oder? Etwas zu billig, wie sich bald rausgestellt hat. Zum Glück wollten wir die komplette Summe zuerst zahlen, und haben so rausgefunden, dass 120 Euro nur für eine Nacht ist. oh oh. Was nun? Irgendwie war ich trotz der Problematik ganz entspannt. Die Managerin des Hotels machte einen netten Eindruck und ich dachte mir, die sind ja viel größer als wir! Also habe ich gesagt: Wenn ihr uns keinen Rabatt geben könnt (denn das Doppelte können wir nicht zahlen), dann könnt ihr uns ja wenigstens helfen was neues in unserer Preiskategorie zu finden. Weil unsere Schuld ist das nicht (das war der Preis im Internet) und eure Schuld ist das ja auch nicht! Das fand ich voll cool von mir. :) Überhaupt lerne ich hier, mal ein bisschen auf mein Recht zu bestehen. Denn oft sind hier die Südafrikaner etwas verwirrt (z.B. wenn man ein Auto mieten will, da buchen die das Geld dann gerne mal zweimal ab) und wenn man da nicht aufpasst bzw. hingeht und mal sagt, verstehe ich nicht, wie kann das denn sein?, dann verliert man einiges an Geld.
Über den Dächern von Durban - ich in rot
Auf jeden Fall hat die Managerin gesagt, ok, sie denkt dann mal nach, wir sollen solange schon mal hoch gehen auf die Zimmer. Das Hotel sah echt super aus, mit goldener Wendeltreppe nach oben im Eingangsbereich (schon als wir reingekommen sind, sah das etwas zu posch aus, aber im Internet sah das nicht so luxuriös aus). Also haben wir fernsehguckend gewartet, auf Vorschläge. Und nach einigen Minuten hat sie uns dann angeboten, dass wir eine Nacht in den Zimmern schlafen können, und die andere Nacht in einem Apartment, welches draußen ist und noch nicht benutzt wird. Da steht war im Moment nur ein Doppelbett drinnen, aber sie würde eine Matratze reinlegen. Wir: ok, super!

Am nächsten Tag sind wir an den Strand von Durban gefahren. Die Promenade dort erinnert mich ein bisschen an das, was ich mir unter der Florida Promenade vorstelle, aber vielleicht nicht ganz so schick, schick, schick. Ist aber wirklich schön dort. Ein bisschen sind wir am Strand rumgelaufen und haben dann den Dom (wie ist da das Wort?) von Durban gefunden. Mit so einer Zentrifugalkraft-Schleuder (die super gefährlich ist, weil die sich ziemlich schräg stellt und dann zu früh langsamer wird, sodass man sich aktiv in seiner Zelle halten muss, damit man nicht vorne rausfällt), einer Schiffschaukel (die super gefährlich ist, weil die Sicherheits-Stange nur halb über die Beine geht, das Ding aber so hoch schaukelt, dass man oben fast rausfliegt), Berg-und-Tal (das super gefährlich ist, weil die das so doll drehen, dass man im Ernst denkt, der Kopf reißt gleich ab) und eine Art Gondel mit einzelnen Sitzen, was ich einfach ziemlich gruselig fand, aber der Blick ist toll. Die haben noch einige andere Sachen, aber nach den oben genannten hat man erst einmal genug um sein Leben gebibbert für einige Zeit.
Promenade von Durban

Danach sind wir zu einem Flohmarkt gegangen. In Durban gibt es sehr viele indische Menschen, und deshalb auch sehr viel indisches Essen. Auf dem Flohmarkt gab es "Bunny-Chow". Das ist Weißbrot (das lappschige), halbiert, ausgehöhlt, und in der Mitte gibt es Fleisch (wir hatten Hühnchen mit noch Knochen dran) in einer Soße. Cool, aber super scharf! Sowas teilt man sich dann zu viert und das reicht locker. Als wir wieder im Hotel angekommen sind, sind Xin Rong, Snow und ich mit dem Auto losgefahren und wollten Strand finden, der dichter bei uns ist. Hat nicht funktioniert. Erst als es ganz dunkel war und dann wollten wir nicht mehr aussteigen, auch wenn dort andere Einheimische waren.
Nachts um 0.00 Uhr haben wir dann Xin Rongs 21. Geburtstag mini-kurz gefeiert. Wir haben ihr eine Karte gebastelt und gesungen, fand ich schön (sie eher nicht so, steht nicht gerne im Mittelpunkt). Am Abend habe ich zum ersten Mal einen Domestik-Lizard gesehen (wir waren ja dann im Apartment draußen). Das ist eine Eidechse, die im Haus ist. Puh. Ganz schön gruselig. Sowas sieht man ja sonst in Terrarien und dann haben wir damit in einem Raum geschlafen. Ich so: Springt das auf mich? Die anderen: Natürlich nicht, krabbelt nur an Wänden. Ich: ok.... Die anderen drei haben alle Domestik-Lizards in deren Ländern... Ist eine Sache, die für mich ganz neu war. Und der war so komisch hell-rosa, riesig. Eigenartig.
Grusel-Fusel in Durban

Am nächsten Morgen sind wir in die Durban-Wasserwelt gegangen. Da gibt es Robben- und Delphin Shows (arm, oder?), aber auch Wasserrutschen, Aquarien, Pinguine und so was. Ganz nett. Und dann waren Yui und Snow auf einmal "verschwunden" und dann haben wir sie in einem Café getroffen und dann gab es auf einmal ein Stück Kuchen mit einer Kerze drauf von der Bedienung und dann haben wir gesungen und Xin Rong ein T-Shirt mit Fotos von uns drauf geschenkt. :) Schöne Idee, oder? Aber wie schon angedeutet: Zu viel Aufmerksamkeit für Xin Rong. Denke/Hoffe, sie hat sich trotzdem gefreut.
Abends sind wir nach New Castle gefahren (liegt zwischen Pretoria und Durban). Dort sind wir erst um 0.00 Uhr angekommen, also wirklich Glück gehabt, dass wir dort nicht schon mit dem Auto liegen geblieben sind. Und am nächsten Morgen (Dienstag) sind wir dann über einige Schotterpisten mit vielen Schlaglöchern (im ausweichen davon bin ich mittlerweile spitze!) zurück nach Pretoria gefahren. Das waren bestimmt 4,5 h und ich habe den ganzen Weg geschafft, super, ne? Und als wir gerade von der Autobahn runtergefahren sind, ist es passiert: Ich habe an einer Ampel gehalten, der Motor ist ausgegangen, ich habe versucht ihn wieder zu starten, ein bisschen sind wir noch gerollt, und so mitten auf der Kreuzung liegen geblieben (Warnblinkanlage hat nicht funktioniert, deswegen haben alle Leute wohl gedacht wir spielen und uns doll angehubt, hatte aber gerade größere Probleme). Gut, was nun? Wen rufen wir an? Hier gibt es AA, sowas ähnliches wie ADAC. Die meinten, wir müssen jetzt über das Telefon Mitglied werden und dann helfen sie uns, für 80 Euro. Ok, andere Ideen? Innerhalb von Minuten war das total heiß im Auto, Klimaanlage natürlich aus, Sonne knallte auf das Auto. Fenster wollten wir nicht großartig aufmachen, weil zwei Obdachlose auf der Straße waren, und die sind dann teilweise recht offensiv und direkt und kommen auf einen zu und lassen sich nicht mehr abwimmeln. Dann kam auch schon der eine und meinte, wieso wir dort halten, ich meinte, ich kann den Motor nicht mehr starten, er meinte, ob er uns da drüben (ca. 20 Meter) hinschieben soll, ich dachte: Das wird nie was, der ist ganz dürr und meinte, nein danke. Dann kam der andere, ein paar Minuten später. Ich war in einer Art, "oh mein Gott, das Auto ist Schrott"-Trance während die anderen drei versucht haben, übers Telefon für Yui Transport zu organisieren, da sie in einer halben Stunde Unterricht hatte. Als der zweite Obdachlose kam, fragte auch er ob er uns da rüber schieben sollte. Ich fragte die anderen drei, wollt ihr da rüber geschoben werden, aber die waren mit sich selbst zu sehr beschäftigt, also habe ich entschieden, dass ich das jetzt einfach mache und innerhalb von Sekunden (und unter lautem Gehupe von den anderen Autos) waren wir auf einer Art sehr breitem Mittelstreifen. Das hatte gut funktioniert. Ich wollte den beiden Obdachlosen Geld geben, aber sie haben nicht danach gefragt. Nette Obdachlose.
Etwas zu gruselig in Durban
Nach weiteren 10 Minuten kam eine Freundin von Yui mit ihrem Vater, und der meinte, was ist denn das Problem. Ich meinte, ich bekomme den Motor nicht mehr an. Und dann hat er probiert und es ging! Also konnten wir nach Hause fahren (ca. 20 Minuten), aber bei jedem Halt hat es sich so angefühlt, als ob der Motor gleich zusammenbricht. Aber wir haben es nach Hause geschafft. Die Nerven flach, zumindest meine.
Am nächsten Tag habe ich das Auto zur Werkstatt gebracht. Dort war es zwei Tage. Dann habe ich den Anruf bekommen, dass es 1600 Euro kostet, das Auto reparieren zu lassen. Der Motor ist kaputt. Der Motor braucht ja Wasser und Öl, damit er nicht überhitzt. Leder wurde das Öl nicht in alle Teile des Motors gepumpt. Da wir lange, lange mit dem Auto nach Durban und zurück gefahren sind, ist der Motor überhitzt und ein Teil der Antriebsschraube ist abgebrochen. Kaputt.
Geld für einen neuen Motor hatten wir nicht. Und selbst wenn, was ist als nächstes kaputt?
Daraufhin habe ich erst mal geweint. Soviel Zeit und vor allem Geld investiert, eine emotionale Bindung mit dem Auto aufgebaut. Nach wie vor denke ich, ich habe die falsche Entscheidung mit diesem Auto gefällt, ich habe es kaputt gemacht. Wir waren vorher mit dem Auto in der Werkstatt und haben es durchchecken lassen und die haben gesagt, alles ok, aber trotzdem. Sehr dumm kam ich mir vor (mittlerweile ist es etwas besser). Zusätzlich hatten wir bereits Unterkünfte für den Krüger National Park gebucht und bezahlt. In zwei Tagen wollten wir losfahren. Wie das? Ich kann kein Auto mieten. Also alles super absolut kacke. Dunkle Tage, aber mehr für mich als für die anderen irgendwie. Xin Rong meinte, sie würde das wieder machen, denn es war schön dass Auto zu haben, wenn auch nur für zwei Wochen. Und ich meinte, zu teuer, für die Zeit, die wir es hatten. Ich wollte das den anderen des Hauses auch nicht erzählen, weil ich mir so dumm vor kam. :(
Strand von Durban - indischer Ozean? 

Wir haben versucht, jemanden zu finden, der ein Auto hat und mit uns fahren will, das hat nicht funktioniert. Und zum Glück, zum Glück, haben wir dann Europcar angerufen, und die vermieten Autos auch an 18-Jährige, die den Führerschein schon mindestens 8 Monate haben. (Theoretisch habe ich meinen erst 6 Monate, aber das ist ja alles so kompliziert auf unserem Lappen. Denn vor 8 Monaten wurde er gedruckt, aber erst vor 6 Monaten habe ich ihn bekommen. Muss man ja dann nicht drauf hindeuten, die Dokumente (inklusive Übersetzung) habe ich denen ja gegeben.)

Also konnten wir zumindest in den Krüger National Park fahren, aber das ist eine andere Geschichte. :)

Hab euch lieb,
Nadine